Wiedersehen in Kroatien

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Der große abgeschlossene LIEBES-ROMAN

Nele reist zur Hochzeit ihrer Freundin Franziska nach Rovinj. Dort trifft sie Markus und Samuel aus ihrer ehemaligen Wohngemeinschaft. Schon damals konnte sie sich nicht zwischen den beiden entscheiden, war deshalb in eine andere Stadt gezogen. Auch jetzt werben wieder beide um sie, und Nele gerät in dasselbe Dilemma…

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Als Nele wach wurde, sah sie Straßenschilder am Autofenster vorbeiziehen: Rovinj 30 Kilometer. „Wir sind ja bald da!“ Erstaunt reckte sie sich.

„Noch eine halbe Stunde.“ Lydia reichte ihr einen Becher Kaffee.

„Und bist du etwa die ganze Nacht durchgefahren?“, fragte Nele Jan, der am Steuer saß.

„Nein, Lydia hat von München bis zum Tauerntunnel übernommen, da konnte ich schlafen.“

Jan war der Bruder der Braut, Lydia seine Frau, und die Braut war Neles langjährige Freundin Franziska. Morgen würde sie in Rovinj ihrem Flamor die Hand fürs Leben reichen und fortan Frau Pjevac heißen. Dass das Brautpaar beschlossen hatte, in Rovinj zu heiraten und nicht in Mannheim, lag an den Flamors zahlreichen Familienmitgliedern. Vier Geschwister, acht Onkel und Tanten, fast 20 Vettern und Kusinen – und viele davon hatten Kinder!

Fotos: iStock (5), Shutterstock (7)

Nele war schon einmal in Rovinj gewesen, damals mit dem Schiff. Aus der Ferne hatte der schlanke Turm über den alten Häusern der Stadt sie an den Kampanile von Venedig erinnert. Diesmal fuhren sie über Land auf Rovinj zu. Die Straße führte sie durch neu gebaute Wohngebiete mit Supermärkten, Tankstellen und Parkplätzen.

Das Navi ließ sie links abbiegen, dann rechts, es ging bergab, wieder links, dann waren sie am Ziel.

Es war erst sieben Uhr morgens, und sie überlegten, ob sie es wagen konnten, so früh bei ihrer Gastfamilie aufzutauchen. Franziska hatte sie bei Onkel Pavo und Tante Reha untergebracht. Nele hätte lieber im Hotel geschlafen, aber das wäre ein Affront gegen die kroatische Gastfreundschaft gewesen. Der Bruder der Braut und die Trauzeugin waren sozusagen Familienmitglieder, und die gehörten nun mal nicht ins Hotel!

Sie waren noch gar nicht ganz aus dem Auto gestiegen, als ein kleiner älterer Mann auf sie zu lief, eine Zeitung und eine Tüte mit Brot schwingend. „Dio mio“, rief er, dazu noch eine Menge Worte, die die drei nicht verstanden.

„Ob das Onkel Pavo ist?“, fragte Nele und schon wurde sie überschwänglich umarmt.

„Dio mio!“, rief auch Tante Reha, als ihr Mann mit den drei Deutschen im Schlepptau die Küche stürmte. Sie griff sich in die Lockenwickler und zupfte verlegen an ihrem Morgenmantel herum. Franjo, der einzige noch zu Hause lebende Sohn von acht Kindern, sprach zum Glück Deutsch. Er rückte noch mehr Stühle an den Küchentisch, und bald war das Fr�

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