CHAOS IM KOPF?

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Wie wirke ich im Meeting, sollte ich mal wieder umziehen und warum hat mir mein Partner noch nicht geantwortet – ständiges gedankliches Durchnudeln von (vermeintlichen) Problemen kann krank machen. Den passenden Dreh für den Ausstieg aus der Grübel-Falle gibt’s hier

Victoria Joy Natalia Volgina

In Beziehungen und auch im Job steigen die Anforderungen.

Allerdings besonders die Anforderungen an uns selbst. Stress ist allgegenwärtig und laut einer Stress-Studie der Techniker Krankenkasse sind 25 Prozent der Deutschen überlastet. Und genau dann neigen Menschen dazu, Entscheidungen, Situationen oder Probleme immer und immer wieder zu analysieren – und dabei zu übertreiben. Dieses Phänomen wird „Overthinking“ genannt, salopp gesagt handelt es sich also um starkes Über-Denken.

Die Einordnung

Aktuell gibt es zum „Overthinking“ noch keine klinische Definition. Zwar scheint es auf den ersten Blick eng mit dem gut erforschten psychologischen Phänomen des „Cognitive Overloads“ verwandt zu sein. Gemeint ist der Zustand, wenn zu viele Reize auf das Gehirn einprasseln und dann gar nichts mehr geht. Aber Overthinking ist nicht das Gleiche. Experten sind sich bislang nur darüber einig, dass es hier um Gedanken geht, die sich auf einem ungesunden Niveau im Kopf drehen. Anne Bogel, die Autorin des Buches „Don’t Overthink It“ (Baker Books, um 15 Euro, bisher nicht in Deutsch erschienen), definiert den Begriff als „Phase, in der wir mentale Energie auf Dinge verschwenden, die sie nicht verdienen“. Zum Beispiel bei der Entscheidung, ob man sich den teuren Van jetzt leistet, um mit der Familie im Urlaub eine gute Zeit zu haben. Geld ist nicht das Hindernis. Die Zweifel beruhen eher darauf, dass man eine solche Anschaffung ja eigentlich gar nicht verdient, vielleicht ist es gerade nicht der richtige Zeitpunkt, und was ist, wenn man den Kauf später bereut? Solche unproduktiven Denkmuster kommen dir bekannt vor? Willkommen im Club! Für die Mitgliedschaft ist der Inhalt austauschbar. Vielleicht bereitet dir nicht der Autokauf, sondern die kurz angebundene E-Mail der Chefin oder deine Wirkung auf dem letzten Familientreffen Kopfzerbrechen.

Die Zuordnung

Die Idee, dass Frauen stärker vom ständigen Über-Denken betroffen sind als Männer, liegt nahe. Jedoch betont die US-Psychologin Prof. Catherine Pittman: „Wir wissen noch zu wenig, um einen genetischen Unterschied zwischen den Gehirnkapazitäten und der Wahrscheinlichkeit von übermäßigem Grübeln festzustellen.“ Der Pariser Verhaltensforscher und Psychologe Dr. Antonius Wiehler bestätigt Pittmans Aussage: „In meinen Studien zur ment

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