Kräftiger, ausdauernder beweglicher

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Nichts gegen Bizeps-Curls und Sit-ups, aber aufs echte Leben und seine körperlichen Herausforderungen bereiten solche Übungen nicht vor. Hier zeigen 4 Functional-Fitness-Profis, wie ihr alltagsnahes Ganzkörpertraining aussieht

Text: MICHAEL EASTER • Übersetzung: MAX ZÜHLKE

Foto: RODDY SCOTT

Funktionales Training – das klingt zunächst mal echt öde, zugegeben. In Wirklichkeit ist es jedoch eines der spannendsten Workouts überhaupt. Dieser eher vage Sammelbegriff fasst eine Vielzahl von Bewegungsabläufen und Übungen zusammen, die den Körper auf zahlreiche Alltagsaktivitäten vorbereiten – etwas, das ein Gym-Workout nicht leisten kann. Ganz im Gegenteil, die dort antrainierte zusätzliche Muskulatur macht sich zum Beispiel beim Wandern oder bei einem Geländelauf rasch als überflüssiges Gepäck bemerkbar. Und das hat Folgen: Wir knicken um, verdrehen uns die Knie und schrotten die Gelenke. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass wir die meiste Zeit auf ebenen Hallenböden trainieren und so die richtige Kombination aus Mobilität und Stabilität fehlt. Ästhetik und Fitness in allen Ehren, aber es ist an der Zeit, dass Training wieder funktional wird! Dies können wir erreichen, indem wir klettern, krabbeln und springen – und schwere, aber unförmige Objekte stemmen. Niemand kennt und schätzt solch schweißtreibende Workouts mehr als die vier Männer, die wir auf diesen Seiten vorstellen: den stärksten Mann der Welt, einen Eiskletterer, der den Mount Everest erklimmen will, eine Kampfsportlegende und einen Überlebensexperten. Jeder von ihnen repräsentiert eine Superkraft der Functional Fitness. Lerne ihre Lektionen in Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer, Stabilität, und du wirst Körper und Geist zügig in Bestform bringen.

1. KRAFT Tom Stoltman

DER SCHOTTE HAT IM LETZTEN JAHR DEN TITEL „WORLD’S STRONGEST MAN“ GEHOLT.

MIT WELCHER TRAININGSSTRATEGIE ER DAS GESCHAFFT HAT, SCHILDERT ER HIER

In seinem Leben hat Tom Stoltman so was schon unzählige Male erlebt: Der 185 Kilo schwere Strongman und Miteigentümer eines Fitness-Studios im schottischen Invergordon sieht irgendwelche Typen in sein Gym kommen, die überzeugt sind, beim ersten Versuch einen 136 Kilo schweren Atlasstein heben zu können. Sie prahlen damit, 300 Kilo beim Kreuzheben zu packen und beim Bankdrücken locker und zigmal hintereinander 100 Kilo zu schaffen. Dann greifen sie nach dem Atlasstein, einem übergroßen, kugelförmigen Felsblock, und können ihn kaum bewegen. „Viele kommen in unser Gym und glauben, sie könnten einen 90 Kilo schweren Atlasstein heben, weil sie 90 Kilo beim Bankdrücken stemmen“, sagt Stoltman. „Es ist

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