Mord vor Spielende

3 min lesen

MEIN RATE-KRIMI ?

Dem Verbrechen auf der Spur …

Die Kommissare Haller und Barth müssen den Mord an einem 51-jährigen Mann aufklären – aber die beiden einzigen Verdächtigen, Freundin und Schwester, präsentieren Selfies als Alibis …

Kommissar Haller

Es war genau fünfzehn Uhr sieben“, teilte die Nachbarin in der Wohnung unter der des Opfers den Kommissaren flüsternd mit, „als ich aus der Wohnung über mir ein dumpfes Poltern hörte. Nicht so, als ob ein Stuhl umgestürzt oder eine Tasse vom Tisch gerutscht wäre, sondern wirklich dumpf, wuchtig und kurz. Ein Stuhl hätte doch noch mindestens ein zweites Mal geklappert, eine Tasse wäre klirrend zersplittert. Zunächst dachte ich an einen Sack, der umgekippt sein könnte. Aber wer hat schon einen Sack mit irgendwas drin in seiner Wohnung? Also musste es ein Mensch gewesen sein!

Und weil in der Wohnung nur der Leander wohnt …!“

Sie sah die beiden Kommissare mit großen Augen und hochgezogenen Augenbrauen an, als Aufforderung an sie, den Satz selbst zu vollenden. „Ich konnte aber natürlich nicht ausschließen, dass Leander gar nicht in der Wohnung war und sich dort oben ein Einbrecher aufhielt. Also wartete ich erst einmal einen Moment ab und lauschte, ob jemand um Hilfe rief. Dann war es mir aber doch zu unheimlich.

Deshalb suchte ich meinen Bademantel, ging nach oben, öffnete die Tür mit dem Schlüssel, den er mir mal für Notfälle oder für Urlaube gegeben hat, und da fand ich ihn dann.“

Fotos: Panthermedia, pixabay

Haller und Barth war bewusst, dass vom „dumpfen Poltern“ bis zum Eintreffen der Zeugin in der Wohnung des Op fers eine gewisse Zeit vergangen sein musste, wobei dieses „gewisse“ durch das etwas fortgeschrittene Alter der Nachbarin nicht näher definiert werden und auch etwas mehr als fünf Minuten sein konnte. Der Täter hatte also über genug Zeit verfügt, sich unbemerkt zu entfernen. Allerdings hatte niemand im Haus eine unbekannte Person gesehen.

Wie jede halbwegs neugierige Nachbarin, so benannte auch diese Frau praktischerweise gleich ein paar Verdächtige. „Freundin und Schwester. Er ist geschieden, die Freundin hat er noch nicht so lange, die Schwester schon länger. Die sind beide zum Sport!“ „Schön, wenn sich Lebensgefährtin und Schwester so gut verstehen, dass sie sogar zusammen zum Sport gehen“, fand Haller, aber die Zeugin schüttelte den Kopf. „Die verstehen sich nicht, die verstehen sich beide nicht einmal mit Leander. Mit Kirsten, der Schwester, gab

es ständig Streit wegen des Testaments der Eltern, Melia, die Freundin mit der noch immer eigenen Wohnung, beschwerte sich andauernd, dass er so wenig Zeit für sie hat und ständig so lange arbei