Die Mitte im Mittelpunkt

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Schluss mit falschen Schamgefühlen, her mit echten Fakten: Der Beckenboden erfüllt wichtige Halte- und Stabilisierungsfunktionen. Zudem sorgt er für intensiveren Sex und mehr Selbstbewusstsein. Höchste Zeit, ihm volle Aufmerksamkeit zu schenken!

Text: Martina Steinbach

Foto: BILL DIODATA/GETTYIMAGES

A ls meine nur um wenige Jahre ältere Nachbarin letztens mit den Kindern freudestrahlend Springseil sprang, passierte es: Im Schritt ihrer hellpinken Hose zeichnete sich plötzlich ein dunkler, immer größer werdender Fleck ab. Unter einem Vorwand verschwand sie hektisch im Haus. Gesprungen wurde seitdem nicht mehr und darüber gesprochen schon gar nicht. Natürlich nicht.

Ein schwacher Beckenboden hat viele Schwächen

Generell ist es eh nicht gerade en vogue, über seinen Beckenboden zu reden. Vielleicht auch, weil er sowieso ja erst dann in den Fokus unserer Aufmerksamkeit rückt, wenn er nicht mehr so funktioniert, wie er soll. Komisch. Über Kopfschmerzen oder einen Bänderriss plaudert es sich doch locker-flockig? Höchste Zeit für mehr Offenheit! Schließlich sind Probleme im Beckenbodenbereich absolut kein Alte-Leute-Ding. Studien zeigen, dass fast 47 Prozent der Frauen zwischen 30 und 39 Jahren schon mal von einer, zumindest kurzzeitigen, Inkontinenz betroffen waren. Kein Wunder, schließlich stellen Schwangerschaft und Geburt harte Herausforderungen dar. Nicht nur für uns Frauen, sondern vor allem für den Beckenboden. Genauso gut können ihm Übergewicht, harte körperliche Arbeit und bestimmte Vorerkrankungen wie etwa Diabetes schwer zusetzen. Richtig belastend wird es, wenn 2 Dinge zusammenkommen. Also ein Baby und Übergewicht oder intensive Belastungen. Das war noch nicht alles: Ein verfrühter Start in ein zu intensives After-Baby-Body-Training schadet ebenfalls. Die Folgen reichen von gelegentlichen Tröpfchen Pipi in der Unterhose über (zeitweisen bis generellen) Libidoverlust bis hin zum Prolaps. Bitte was? Thank God, wenn du nicht weißt, wovon die Rede ist: vom Herausstülpen von diversen Organen.

Trainingseffekte bekommst nicht nur du zu spüren

Egal von welcher Folge die Rede ist, sie ist in jedem Fall demütigend. Teilweise schränkt sie sogar den Alltag ein. Zum Beispiel, wenn eine ehemalige Gerne-Joggerin ihre Laufschuhe im Schrank stehen lässt, aus Angst, unterwegs nicht dicht halten zu können. Oder ihr heiß geliebtes Trampolin in den Keller verbannt. Das nagt am Selbstbewusstsein, am Körpergefühl und letztendlich an der Substanz. Selbst wenn du keine Beschwerden hast, kann es nie schaden, deinen Beckenboden in deine Trainingsroutinen zu integrieren. Schließlich ist e

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