„Landwirt zu sein, ist einfach das Größte“

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In vielen Städten protestierten Bauern, weil sie den Beruf, den sie lieben,

LANDWIRTIN INKEN BURMESTER (34), SIEBENEICHEN (SCHLESWIG-HOLSTEIN)

Wenn ich den Hof übernehme, muss ich für meine Eltern, meine Oma, meine eigene Familie sorgen. Schließlich verlassen sich auch die Altenteiler darauf, die keine normale Rente bekommen. Es gibt zwar eine Alterskasse der Landwirte, aber daraus kommt nur ein kleiner Teil des Unterhalts für die Älteren. Aber das ist nicht leicht. Wenn ich heute einen Stall baue, muss ich wissen, ob er auch in 20 Jahren den Anforderungen noch entspricht, so lange würde der ja abgeschrieben. Das sind unsere Zeit-Horizonte, wir müssen für Generationen planen. Aber wir bekommen den Eindruck, die deutsche Landwirtschaft, die hier hochwertige Produkte produziert, interessiert keinen. Es werden uns zu viele Steine in den Weg gelegt. Kein Landwirt ist gegen Klima- oder Naturschutz, aber das muss weltweit geschehen und gesamtgesellschaftlich getragen werden. In letzter Zeit gab es so viele Streichungen von der Politik für die Landwirte, dass wir jetzt sagen: So geht es nicht weiter! Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit. Und um wettbewerbsfähig bleiben zu können, muss das EU-weit abgestimmt werden und nicht nur bei uns. Gefreut hat mich aber, dass unser Trecker-Konvoi in Lübeck von den Menschen mit Applaus empfangen wurde. Uns wurden sogar Marzipanherzen geschenkt. Das tat gut! auch in Zukunft ausüben möchten. Wir haben drei von ihnen gesprochen

AUF DEM WEG Landwirtin Inken Burmester (M.) mit ihren Kolleginnen Meike Möller (l.) und Eileen Körting am 10. Januar kurz vor Lübeck

LANDWIRT LUDOLF VON MALTZAHN (61), ÖKODORF BRODOWIN (BRANDENBURG)

ALLES ÖKO Landwirt Ludolf von Maltzahn wirtschaftet nach strengen Demeter-Vorschriften

Auch die konventionelle Landwirtschaft hat viel mehr verändert, als man denkt, das muss ich auch als Öko-Landwirt einmal sagen. Aber nun wurden von drei Parteivorsitzenden über Nacht Beschlüsse gefällt, von denen keiner geträumt hatte und über die auch nicht mit den Betroffenen gesprochen worden war. Dabei wurde viel Gutes angedacht, etwa in der Tierwohl-Kommission, aber viel zu wenig davon umgesetzt. Wir als ökologische Landwirte wurden natürlich in der Politik besonders gehört, weil das, was wir tun, für die Natur und Artenvielfalt eine gute Sache ist. Wir hatten auch ein jahrelanges Wachstum für Öko-Produkte. Aber seit alles teurer wurde, haben sich die Verbraucher mehr zurückgehalten. Dabei sind die Bio-Preise sehr viel weniger gestiegen als die anderer Lebensmittel. Es war noch nie so einfach

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