NO RISK, NO FUN?

6 min lesen

Bergführer, Vater, Adrenalinfreak – Michael Arnold führt ein bewegtes Leben. Ein Gespräch über Risiko und Leidenschaft.

INTERVIEW: TOBIAS WIRTH

Wer hoch hinaus will, kann tief fallen. Gefahr ist bei Mike stets Begleiter, hier an der Grands Montets.
Charley Radcliffe

outdoor: Mike, du bist seit drei Jahren Vater. Wann hattest du mehr schlaflose Nächte? Damals in der Ausbildung zum Bergführer oder jetzt?

Michael Arnold: Eindeutig in der Ausbildung. Die Vorbereitung, der Stress, all das. Aber meine Frau ist eine super Unterstützung, sie hat zu Hause alles im Griff. Dank ihr kann ich gut schlafen und mich auf den Job konzentrieren.

Ursprünglich kommst du aus dem alpinen Rennlauf. Heute unternimmst du neben dem Guiding Skiexpeditionen bis in den Himalaja. Was hat den Ausschlag gegeben, das Fach zu wechseln?

Das Streben nach Fortschritt, und der ist zwischen den Slalomstangen nicht so groß wie in freier Wildbahn: unterschiedliches, technisches Gelände, alpine Herausforderungen, stets wechselnder Schnee – das hat mich gereizt. Als ich dann feststellte, dass ich statt als Skilehrer auch als Bergführer arbeiten kann, war ich Feuer und Flamme.

Was ist der gefährlichste Teil bei deinen Ausflügen und Skitouren-Trips?

Die mentale Komponente – du musst auf den Punkt bereit sein, wenn die Bedingungen passen und dann das nötige Selbstvertrauen haben. Vor allem bei steilen Abfahrten in hochalpinem Gelände. Da ist es essenziell, den Fakt ausblenden zu können, dass dich ein Sturz ziemlich sicher das Leben kosten wird.

Was bedeutet Risiko für dich?

Es hält mich lebendig. In riskanten Situationen kann ich methodisch agieren, mich ganz auf das Wesentliche fokussieren. Durch das Risiko werden mir auch meine Gefühle und Leidenschaften viel stärker bewusst als in harmlosen Situationen. Ich bin dann ganz bei mir selbst und im Moment.

Was bereitet dir als Guide ein mulmiges Gefühl? Gibt es da Situationen, in denen du Angst hast?

Angst habe ich im Guiding nicht. Bevor es so weit kommt, habe ich den Plan geändert. Aber vor allem in meiner Anfangszeit als Guide war, verständlicherweise, oft eine entsprechende Portion Nervosität dabei. Und selbst aufgebauter Druck, den Gästen ein möglichst gutes Erlebnis bieten zu müssen. Das kann einen einschränken, davon musste ich mich lösen. Mit zunehmender Erfahrung wurde diese Nervosität aber weniger.

Wann vertraust du deinem Bauchgefühl? Hast du da Leitlinien für dich?

Da gibt es zahllose Beispiele. Die Intui

Dieser Artikel ist erschienen in...

Ähnliche Artikel

Ähnliche Artikel