Schöner schalten

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Foto: Honda/Zep Gori

Honda E-Clutch. Sogar die Pandemie hatte ihre guten Seiten. Etwa für Honda: Ohne Corona würde es das neue E-Clutch-System der Japaner nicht geben – oder zumindest noch nicht. Die Entwicklung dieser Elektro-Kupplung begann bereits vor zehn Jahren. Doch weil die ersten Prototypen zu schwer und zu teuer waren, stellte Honda das Projekt auf halber Strecke wieder ein. Aber der Projektleiter Junya Ono (rechts) gab sich nicht geschlagen: In seiner Freizeit tüftelte er weiter an Lösungen. Und fand sie zusammen mit seinen Kollegen Tatsuya Ryuzaki und Aska Ito während der Pandemie. Denn da hatten die drei Entwickler endlich Zeit für Waigaya – so nennen sie bei Honda formlose Sitzungen, bei denen die Hierarchie keine Rolle spielt, die Teilnehmer durcheinanderreden dürfen und selbst abwegige Vorschläge willkommen sind. Was genau die zündende Idee war, verraten die drei zwar nicht. Fakt ist aber, dass Honda die Entwicklung der E-Clutch wieder aufnahm und Projektleiter Junya Ono das System letzten November auf der Mailänder Messe EICMA stolz präsentieren konnte (Foto). Anders als Hondas DCT-System schaltet die E-Clutch nicht automatisch, sondern erlaubt Anfahren, Anhalten und Schalten, ohne dass der Kupplungshebel gezogen werden muss. Im Grunde ist sie eine Erweiterung des Blippers, ähnlich wie die Smart Clutch von MV Agusta. 400 Euro Aufpreis kostet Hondas E-Clutch. Sie feiert ihre Premiere in diesen Tagen in der CB 650 R und der CBR 650 R. Wie’s fährt? Das steht im Fahrbericht in der nächsten MOTORRAD.

Interview„Keine silberroten KTMs …“

Er ist der Neffe des Firmengründers und damit das „T“ in KTM: Hubert Trunkenpolz ist seit 2004 im Vorstand der KTM-Gruppe und seit 2018 im Vorstand der Pierer Mobility AG.
Ab sofort ist der Manager auch Chef von MV Agusta

KTM/MV Agusta. Die Österreicher machen Ernst: Nach einer Minderheitsbeteiligung an MV Agusta im November 2022 übernehmen sie bereits jetzt, zwei Jahre früher als geplant, die Mehrheit und damit die volle Verantwortung beim italienischen Luxus-Hersteller. KTM verfügt nun über 50,1 Prozent von MV; der bisherige Eigner, der russischstämmige Timur Sardarov, hält 49,9 Prozent. Als MV-Boss löst ihn mit sofortiger Wirkung der KTM-Manager Hubert Trunkenpolz ab. Mit ihm sprachen die MOTORRAD-Redakteure Eva Breutel und Michael Schümann über die dringendsten Aufgaben bei MV, über den Standort in Italien und über die Drei- und Vierzylindermotoren der Italiener.

Warum übernimmt KTM schon jetzt die Mehrhei