WOHIN DESWEGES?

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In den letzten beiden Ausgaben fühlten wir Sport- und Tourenreifen auf den Gummi respektive den Zahn. Doch wodurch differenzieren sich diese Produktkategorien? Wir fragten bei den Herstellern nach.

Autor: Robert Glück rob@motorradonline.deFotos: Tobias Beyl, Markus Jahn, Hersteller

Die BMW S 1000 R ist ein Paradebeispiel für jene Motorräder, die dem Eigentümer bei anstehendem Reifenwechsel tiefe Falten des Grübelns auf die Stirn zeichnen können. Ausgelöst von der Frage: Welchen Reifen montiere ich jetzt? Vorausgesetzt natürlich, dass einen das Thema Reifen interessiert und nicht der Einfachheit halber beim Händler wieder der OE-Reifen des Neufahrzeugs oder die alten Pneus durch neue des gleichen Typs ersetzt werden.

Die prinzipielle Weichenstellung ergibt sich mit der Frage: Welche Reifengattung soll es denn sein? Steht einem dabei nicht das Ego (Ich muss eine Sportpelle fahren!) im Weg, wird die Auswahl riesig. Es stehen Budgetreifen, Tourenreifen, Sportreifen und Hypersportreifen zur Auswahl. Um nun den richtigen Reifen auszuwählen, muss man die Unterschiede der einzelnen Kategorien kennen.

Beginnen wir mit den Budget- und Hypersportreifen. Erstere sind – wie der Name schon sagt – günstiger, da sie im Sinne der Entwicklung älter sind. In der Reifenindustrie wird bei der Graduierung der Produkte gerne von einer „Line“ gesprochen: First-Line-Reifen sind topaktuelle Produkte wie der Bridgestone S 23, der Metzeler Roadtec 02 oder der Michelin Power 6. Als Second-Line-Reifen werden in der Regel die Vorgänger-Generationen der aktuellen Reifen bezeichnet – um in unserem Bild zu bleiben S 22, Roadtec 01 SE und Power 5. In der Third Line finden wir die Budgetreifen. Hier sammeln sich Reifen, die vom Markt angenommen und kontinuierlich gut verkauft werden. Ein Klassiker der Budgetreifen für fast alle Motorräder ist der Michelin Pilot Power, der gute 15 Jahre erfolgreich auf dem Markt war. Der Bridgestone BT 16 Pro mausert sich momentan zu so etwas wie dessen Nachfolger in diesem Segment.

Wer knausert oder keine superleistungsfähigen Reifen benötigt, greift hier zu und spart bares Geld. Aber wie viel? Nur ein Beispiel anhand einer Standard-Paarung mit den Größen 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17. Wer zu einem BT 16 Pro statt zum topaktuellen S 23 greift, kann bis zu 30 Prozent weniger bezahlen.

Wenden wir uns nun den Hypersportreifen zu. Diese sind in der Regel von Rennreifen abgeleitet und mit entsprechenden Vor- und Nachteilen behaftet. Kalt- und Nassgrip sind eingeschränkt, dafür dom