IRGENDWANN IST „IRGENDWANN“ZU SPÄT

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Mit diesem Motto ließ Armin Thalhofer sein bisheriges Leben hinter sich und startete auf einer BMW GS eine Weltreise. In MOTORRAD 1/2023 berichtete der 52-jährige Bayer über die fünf Monate in Südamerika, die er gemeinsam mit seinem Sohn Marco bestritt. Doch bereits auf den ersten 184 Tagen seiner Reise mit offenem Ende war viel passiert, was Armin vor nicht allzu langer Zeit noch als Tagträumerei abgetan hätte.

Autor: Armin Thalhofer unterwegs@motorradonline.de Fotos: Armin Thalhofer

Auszeit: Weltreise mit Auftakt in Afrika

J ob und Wohnung sind gekündigt, fast alle Habseligkeiten verkauft und der Terminkalender leer. Ich drücke den Startknopf der mit meinen letzten Besitztümern beladenen GS und klatsche mich mit meinem Sohn ab. Er begleitet mich zum Reschenpass, wo sich unsere Wege für die nächsten Monate trennen. Jetzt bin ich allein. Völlig frei, aber auch für alles verantwortlich, was die nächsten Monate (oder Jahre?) geschehen wird. Ein geiles Gefühl! Ich hatte im Vorfeld kein einziges Visum beantragt und habe somit nun die luxuriöse Freiheit, entscheiden zu können, wohin, wann und wie. Quasi auf dem Rücken des Apennins cruise ich südwärts durch Italien. Salerno ist das Ziel. Dort nehme ich eine Cargo-Fähre nach Israel und verlasse den europäischen Kontinent. Als wir mit der „Grande Mediterraneo“ in See stechen, wird mir so richtig bewusst, dass mein bisheriges Leben hinter mir liegt und ich nun in mein großes Abenteuer eingetaucht bin.

Fünf Tage später bin ich zum ersten Mal in meinem Leben im Nahen Osten, doch der Empfang durch die israelischen Beamten ist alles andere als freundlich. Nach einer Art Verhör werden mir Pass, Fahrzeugpapiere und Schlüssel abgenommen. Während ich den Pass bald zurückbekomme, gestaltet sich die Einfuhr meiner „Dicken“ als schwieriges Unterfangen. Nach mehr als acht Stunden Prozedur und um 500 Euro leichter kann ich den Hafen erst am darauffolgenden Tag verlassen. Shmil und Helio, mit denen ich über die israelische BMW-Facebook-Gruppe in Kontakt gekommen bin, zeigen mir mit dem Toten Meer, Jerusalem und Masada die bedeutendsten Highlights ihres Landes. Durch die Judäische Wüste führt mich der Weg nach Eilat im Süden des Landes, dort will ich die Grenze nach Jordanien überqueren. Das geht selbst für mich Novizen ziemlich schnell, lediglich die umfassende Untersuchung meines Gepäcks hatte ich unterschätzt – meine Drohne und mein mehr als 30 Jahre altes Bowiemesser werden beschlagnahmt und Opfer meiner Unbedarftheit. Ich staune ob meiner Gelassenheit, hätte der Ver