HAT DEIN HANDY DICH IN DER HAND?

4 min lesen

Das Smartphone nimmt einen viel zu oft gefangen. Aber einfach abschalten geht oft auch nicht, vor allem wenn man es beruflich braucht. Wir erklären, wie du dich von den digitalen Fesseln befreist und so deinen Stress reduzierst.

TEXT: JOHANNA EICKHOLT

Foto: EMILIJA MANEVSKA/GETTYIMAGES

Kennst du das Gefühl, wenn du in die Tasche greifst und dein Handy nicht gleich finden kannst? Oder wenn du für kurze Zeit weder Nachrichten noch Anrufe empfängst? Oder wenn du erschrocken feststellst, dass aus den eingeplanten 10 Minuten auf Instagram satte 2 Stunden geworden sind? Dann hast du mit dem digitalen Stress bereits Bekanntschaft gemacht. Aber keine Sorge, da geht es dir wie vielen anderen auch. Denn die Versuchung, immer und überall das Handy zu zücken, ist groß: Im Minutentakt erreichen uns Push-Nachrichten, bei jeder eingegangenen Mail öffnen wir umgehend den Posteingang, und auf Social-Media-Kanälen sind wir lieber einmal mehr als einmal zu wenig unterwegs. Die Folgen sind am gesamten Körper zu spüren. „Wir schlafen zu wenig, werden unzufrieden. Das wirkt sich auf unsere Konzentration und die Stimmung, auf das Körpergewicht und die

Infektabwehr und ganz allgemein auf unsere Lebensqualität negativ aus“, sagt die Stressmanagement-Trainerin Dr. Sabine Schonert-Hirz aus Berlin (www.doktor-stress.de).

DIE SACHE MIT DEM STRESS

„Wir haben Angst, Informationen oder Nachrichten zu verpassen“, erläutert die Expertin. Dass man digitalen Stress allerdings nicht ausschließlich negativ, sondern auch positiv erleben kann, ist nur den wenigsten bewusst. Denn seien wir doch einmal ganz ehrlich: Wer denkt bei dem Wort Stress schon an Freude und Wohlbefinden? „Aber genau das ist der Fall, wenn wir zum Beispiel Arbeit, auf die wir keine Lust haben, immer wieder durch kurze Pausen in Form von Instagram-Abstechern unterbrechen. Oder bei unserer Lieblingsserie einfach nicht aufhören können und eine Folge nach der anderen schauen“, erklärt Schonert-Hirz. In solchen Momenten setzt der Körper Glückshormone frei, der Mensch fühlt sich gut und sorglos und will mehr davon. Die Folge: Wir schauen immer öfter aufs Smartphone, scrollen stundenlang durch die Social-Media-Angebote. Schließlich besteht unterbewusst stets die Hoffnung, mit einer kleinen Portion Dopamin belohnt zu werden. „Deswegen ist dieser als angenehm und selbstgewollt erlebte Stress besonders tückisch“, sagt die Expertin. Ist der Griff zum Smartphone oder endloses Surfen im Internet erst mal zur Gewohnheit geworden, ist der Weg in die Sucht nicht mehr weit. Der Betroffene gerät dabei zunehmend unter Druck, fühlt sich überfordert, und am Ende

Dieser Artikel ist erschienen in...

Ähnliche Artikel

Ähnliche Artikel