„Ich möchte ein Licht für andere sein“

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Susanne Stührk (58) engagiert sich ehrenamtlich für den Hospizverein Mittelholstein

FOTOS: PRIVAT; ILLUSTRATION: SHUTTERSTOCK

„Toll, dass du das machst. Ich könnte so etwas nicht!“ Das ist die häufigste Redaktion, wenn ich erzähle, dass ich ehrenamtlich Sterbende begleite. Ich verstehe das. Denn der Tod ist bei uns noch immer ein Tabuthema, etwas, mit dem viele Menschen nicht umgehen können. Das habe ich am eigenen Leib erfahren, als meine Tochter 2011 starb. Ich war damals bis zu ihrem letzten Atemzug bei ihr. Danach wusste ich: Wenn ich das aushalte, kann ich auch für andere Menschen, die am Ende ihres Lebens angekommen sind, da sein. Mittlerweile arbeite ich seit zehn Jahren für den Hospizverein Mittelholstein (www.hospizverein-hohenwestedt.de). Ich besuche Sterbende, versuche, ihre letzte Zeit auf Erden so schön wie möglich zu gestalten, ihnen ein Licht im Dunkel zu sein. Auch für die Angehörigen bin ich da. Ich empfinde das als sehr erfüllend und konnte durch mein Ehrenamt auch meine eigenen Erlebnisse verarbeiten. Indem ich anderen helfe, helfe ich also auch ein kleines bisschen mir selbst.

Michaela Horn ist Vereinsberaterin beim Deutsches Ehrenamt e.V. (www.deutsches-ehrenamt.de)

Frau Horn, was genau ist eigentlich ein Ehrenamt?

Eine ehrenamtliche Tätigkeit zeichnet sich im Allgemeinen dadurch aus, dass sie freiwillig, nebenberuflich und im Interesse des Allgemeinwohls ausgeübt wird. Ein Ehrenamt kann völlig eigeninitiativ sein, zum Beispiel, wenn man für kranke Nachbarn einkauft. Oder man wird für eine gemeinnützige Organisation tätig, wie beispielsweise einen Verein oder eine Stiftung.

Wie viel Zeit müssen wir investieren?

Die Entscheidung, wie viel Zeit man in sein ehrenamtliches Engagement steckt, ist sehr individuell.

Sporttrainerinnen und -trainer verpflichten sich zum Beispiel zu wöchentlichen Einsätzen beim Training, fahren zusätzlich regelmäßig mit ihren Mannschaften zu Turnieren. Auch Vereinsvorstände investieren häufig überproportional viel Zeit in ihr Ehrenamt. Im Gegensatz dazu gibt es Freiwillige, die sich projektweise und damit kurzfristig bei einer Organisation engagieren und dann wieder eine Pause einlegen. Das Ehrenamt lässt sich also den Lebensumständen anpassen.

Muss unser Arbeitgeber die ehrenamtliche Tätigkeit genehmigen?

Grundsätzlich gilt: Ehrenamtliches Engagement bedarf nicht der Zustimmung durch den Arbeitgeber. Informieren sollte man ihn allerdings schon, wenn man ein Ehrenamt übernimmt. Denn in vielen Arbeitsverträgen ist geregelt, dass eine Nebentätigkeit gemeldet werden muss. Das gilt auch für eine ehrenamtliche Tätigkeit.

Ist unser Arbeitgeber verpflichtet, uns im Fall der Fälle für das Ehrenamt freistellen?

Das hängt von der jeweilige

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