Note 1für den Dreier

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Soll es eine sportliche, kompakte Mittelklasse-Limousine sein? Dann führt am BMW Dreier kaum ein Weg vorbei. Okay, die Kompaktheit definierten die Bayern mit jedem Modellwechsel weitläufiger, dafür hat die ab 2012 ausgelieferte sechste Generation bei der Qualität erheblich zugelegt. Die einschlägigen Prüfinstitutionen sind jedenfalls voll des Lobes.

Früher war alles einfacher: Wer etwas Sportliches wollte, fuhr einen BMW; wer auf Haltbarkeit Wert legte, einen Mercedes. Audi war für die Hutträger. Und heute? Niemand belächelt die Ingolstädter mehr, aber den Stuttgartern rosten seit drei Modellgenerationen die Hinterachsen weg (W 203, 204, 205 sowie deren Ableger). Und die Münchner? Bauen immer noch sportliche Autos, die aber mittlerweile auch echte Steherqualitäten beweisen. Offenbar nimmt man das „MW“ im Namen wieder ernst und vertraut auf die eigenen Techniker, statt wie beim Joint-Venture mit PSA fremde Entwicklungen zu adaptieren und die Kunden dann mit reihenweise ausgeleierten Steuerketten sitzen zu lassen.

Doch Obacht, der 1,6-Liter aus Frankreich war bis Mitte 2015 noch im Dreier der Baureihe F30 (Limousine F30, Touring F31) zu finden, als 316i sowie als 320i Efficient Dynamics Edition. Absolut abraten muss man nicht von ihm, aber das Risiko gelängter Ketten, defekter Injektoren und ölundichter Kettenkästen sollte mit eingepreist sein.

Der halbe Sechszylinder

Abgelöst wurde dieses Aggregat übrigens vom 318i, und nun wird es interessant: Denn ursprünglich – und um genau zu sein: seit 1977 – galt der Dreier ja als günstigste Möglichkeit, einen Sechszylinder zu fahren. Die prägten das Markenimage, akquirierten Kunden. Und dieser 318er trat nun mit nur noch der Hälfte an Verbrennungseinheiten an – ein Dreizylinder im Dreier.

Man kennt diesen Motor aus dem Mini, wo er den Cooper kernig trommelnd in unter acht Sekunden auf Tempo 100 schubst. Doch in der ausgewachsenen Umhüllung eines Dreiers merkt man ihm an, dass er sich nicht recht wohl fühlt, dass Klangbild und Lauf kultur nicht zum Preis passen. Überdies macht er deutlich, dass Downsizing oft nur auf dem Papier gut aussieht. Denn in der Praxis ist der Kleine weder leichter noch sparsamer als die älteren Vierzylinder.

Erst recht nicht als die neueren. Die kommen aus dem gleichen Baukasten wie der Dreiender und bei gleichen Einzelhubräumen somit auf zwei Liter. Das Auto auf diesen Seiten ist so einer, ein 320i aus dem April 2017 und seitdem knapp 112 000 Kilometer gelaufen. Rund 20 000 Euro schreibt unser freundlicher Le


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