„Meine Tochter ist ein Kuckuckskind“

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Meine eigene Geschichte Nicole K. (56)

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Das liebevolle Band zwischen Mutter und Tochter ist nicht leicht zu durchschneiden
Fotos: Shutterstock

Als ich vor 30 Jahren mein über alles geliebtes Kind zur Welt brachte, ahnte ich bereits, dass mein Ehemann Uwe (59) nicht der leibliche Vater von Svenja (26) ist. Denn ich hatte, als Uwe und ich gerade ganz jung verheiratet waren, monatelang noch ein Techtelmechtel mit meinem Ex-Freund Rainer (56). Ich bin darauf nicht stolz, weiß Gott nicht! Aber: Aus genau dieser heimlichen Liaison ist Svenja, mein größtes Glück im Leben, entstanden. Ein Glück, das jedoch auf einem wackligen Fundament steht. Zumindest, wenn herauskommt, dass ich jahrzehntelang alle belogen habe. Uwe, Svenja – und auch Rainer, der bis heute nichts von seiner leiblichen Tochter weiß.

Warum ich so lange geschwiegen habe? Aus Feigheit. Und, weil niemand außer mir davon weiß. Doch diese Last liegt zunehmend schwerer auf meinen Schultern. Ich habe das Gefühl, dass meine Tochter mir bald auf die Schliche kommen könnte. Denn Uwes Schwester, also Svenjas Tante, ist schwer erkrankt. Das Thema Gene und Veranlagung spielt deshalb aktuell eine große Rolle. Ich habe das Gefühl, dass Svenja Angst hat, dass sie selbst einmal die Erb-Krankheit bekommen könnte. Dabei hat sie keine Ahnung, dass sie eigentlich nichts zu befürchten hat. Ich will sie nicht in Angst leben lassen. Soll ich es ihr sagen? Und Uwe und Rainer? Ich habe Sorgen, dass dadurch meine eigentlich doch so glückliche Familie in die Brüche gehen könnte. Was soll ich nur tun?

FRAU VOSS: Ehrlichkeit währt am Ende am längsten

Dass Sie sich bei einer Beichte um die Beziehung zu Ihren Liebsten sorgen, ist nur allzu gut verständlich. Auch, wenn es bestimmt auf den ersten Blick „einfacher“ erscheint, mit der Lüge zu leben, währt Ehrlichkeit am l