„Ich helfe an deren – und heile damit auch mich“

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Nach dem Tod ihres Sohnes wurde sie Trauerbegleiterin

KIRSTEN

Ihre Töchter Alea (4) und Jana (2) bringen die Sonne in Kirstens Leben zurück. Dafür ist sie dankbar

Es gibt sie immer noch, die Momente, in denen ich vor Schmerz zu zerspringen glaube“, flüstert Kirsten Halbwax. Sie hat das wohl Schlimmste erlebt, was einer Mutter passieren kann: Sie hat ihren Sohn verloren. Max war siebeneinhalb Jahre jung, als er den Kampf gegen einen Hirntumor verloren hat. Am 6. August 2021 ist er gestorben.

Bis zuletzt hoffte sie auf ein Wunder

Es war kurz nach der Einschulung. „Der Lehrer rief mich an. Ich sollte Max abholen, er hätte sich übergeben. Ich dachte mir nichts dabei. Vielleicht war es die Aufregung der ersten Tage. Ihm ging es zuhause dann auch wieder gut“, erzählt die 43-Jährige. Doch eine Woche später geschah es wieder. „Als ich Max von der Schule abholte, sagte er zu mir: ,Mama, ich sehe deinen Kopf doppelt‘“, erinnert sich Kirsten. „Sofort fuhr ich mit ihm in die Uniklinik.“ Dort bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen. In Max Gehirn befand sich ein Tumor, ein sehr seltener, aggressiver – nicht heilbar. „Als mir klar wurde, dass Max sterben würde, brach meine Welt zusammen. Doch solange er lebte, wollte ich um ihn kämpfen, für ihn da sein und seine Lebensqualität so weit wie möglich erhalten. Bis zu seinem letzten Atemzug hoffte ich auf ein Wunder“, erzählt Kirsten.

Trost und Unterstützung fand sie bei ihrem Ehemann Carsten. Seit fünfeinhalb Jahren sind sie verheiratet. „Er war zwar nicht der leibliche Vater von Max, aber für Max war er sein Papa.” Durch den Stress der Operationen, Krankenhausaufenthalte und Chemotherapien vergaß sie, auf sich selbst zu achten – bis ihre Regelblutung ausblieb. „Bei einem Besuch bei Max im Krankenhaus kaufte ich in der Krankenhausapotheke einen Schwangerschaftstest – er war positiv. Ich war verzweifelt! Es durfte doch nicht sein, dass mein Kind im Sterben lag und ich schwanger war. Das kam mir wie ein Verrat vor“, schildert Kirsten ihre Gewissensbisse.

Sie richtete ihre eigene Praxis ein

Erst ein Gespräch mit dem Pfarrer der Klinik brachte Linderung. „Er sagte zu mir: ,Stellen Sie sich vor, dass Max Ihnen einen Engel geschenkt hat, der für Sie da ist, weil er es doch nicht mehr kann‘. Dieser Gedanke hat mich sehr getröstet.“ N

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