BERIT HARRENDORF„Der Laden ist mein Se chser im Lotto!“

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Nach 30 Jahren im Jobmachte sie sich selbstständig

Glücklich: Berit Harrendorf in ihrem neuen Spielwarenladen „Tausendschön“ in Wusterwitz, Brandenburg
Fotos: Heiko Laschitzki (2)

Mit 50 alles hinter sich lassen – und beruflich noch mal ganz von vorn beginnen? Diese mutige Entscheidung traf Berit Harrendorf vergangenes Jahr – und hat es nicht bereut. „Ich bin sehr viel zufriedener und ausgeglichener als vorher“, schwärmt sie. Im August 2022 eröffnete sie ihren eigenen Spiel- und Schreibwarenladen in ihrem Heimatort Wusterwitz, nahe Berlin.

Im „Tausendschön“ finden ihre Kunden „eine wilde Mischung“, wie sie selbst sagt. Von ätherischen Ölen bis Zeitschriften ist alles dabei. Sie freut sich, wenn sie bei der Suche nach einem Geschenk für die Enkelkinder behilflich sein kann. Denn lange war dieses Glücksgefühl verschwunden. 30 Jahre lang arbeitete Berit mit psychisch kranken Menschen. Sie ging ihrem Beruf mit viel Herzblut nach, absolvierte zahlreiche Fortbildungen.

Doch der zunehmende finanzielle Druck auf die Branche, das Arbeitspensum und schließlich die Schicksale, mit denen Berit tagtäglich konfrontiert war, zehrten mit den Jahren an ihren Kräften. Immer wieder ertappte sie sich dabei, wie sie über die Zukunft nachdachte und sich die Frage stellte: „Will ich diesen Job wirklich ein Leben lang machen?“

Freunde halfen ihr beim Einrichten

Die Corona-Pandemie brachte das Fass schließlich zum Überlaufen. Ihr wurde auf einer Heimfahrt im Auto klar, dass sie so nicht mehr weitermachen wollte. Ihre Ärztin vermerkte auf dem Attest, was Berit längst wusste: Erschöpfungszustand. Sechs Wochen Krankschreibung folgten, in denen sich die Mutter einer zwölfjährigen Tochter Gedanken um ihre Zukunft machte.

Die Idee, den Laden im Dorf wiederzueröffnen, der von seinen Vorbesitzern vor einiger Zeit durch deren Renteneintritt aufgegeben worden war, war anfangs nur ein Spaß für Berit. „Der Gedanke ließ mich jedoch nicht mehr los.“ Die Energie und der Tatendrang waren plötzlich wieder da. Die Kündigung bei ihrem Arbeitgeber – „ein Befreiungsschlag!“

Der Rückhalt ihrer Familie und das Einvers

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