FREIHEITS-BEWEGUNG

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Vergleichstest Naked Bikes bis 125 PS

Es tut sich viel in der Sturm-und-Drang-Klasse der mittelgroßen Naked Bikes. KTM kontert mit einer komplett neuen 990 Duke und Yamaha hat sein Erfolgsmodell MT-09 stark überarbeitet. Nichts wie raus auf die Straße! Das fahren wir aus, rund um den herrlichen Comer See, während es zu Hause stürmt, hagelt und regnet.

Seit Friedrich Schiller und weiteren progressiven Schriftstellern weiß man: Es ist die Freiheit, die wirklich zählt! Und weil auch viele andere elementare Aspekte des Lebens mit einem F beginnen, etwa Frieden und Fortschritt, stellen wir diesen Fergleichstest (ähem) unter das Motto Sturm und Drang!

Hey, das sind Maschinen mit bis zu 950 cm³ Hubraum. So etwas hieß früher mal Big Bikes. Noch Fragen? Spannend: Fünf Maschinen vereinen hier vier Motorenkonzepte: 90-Grad-V2 (Ducati) oder aber Reihenmotoren mit zwei Zylindern (KTM), drei Zylindern (Triumph und Yamaha) oder gar vier Brennräumen (Kawasaki).

Das sind diverse Wege zum gleichen Ziel: maximaler Fahrspaß mit vertretbarem technischen Aufwand. Was unser Quintett der 125-PS-Klasse eint? Ein gesundes Maß an allem. Leistungswerte, die man wenigstens ansatzweise auf die Straße bekommt. Dazu handlingfördernd moderat breite (oder schmale) 180er-Einheitsreifen. Ferner LED-Beleuchtung rundum, (TFT-)Cockpits mit Ganganzeigen und mehr (KTM) oder weniger (Kawasaki) umfangreiche Assistenzsysteme. Also, nichts wie los!

Die Landschaft am Comer See ist einfach sensationell. Ein frischer, leuchtend grüner Pelz überzieht die Berge wie ein lebender Teppich. Immer wieder gewähren uns die Straßen spektakuläre Ausblicke auf den tiefblauen See. Was für Farben, was für Formen, was für Panoramen. Kurz: was für ein Leben! Ja, es stimmt: Motorrad fahren hat viel mit jenem Freiheitsgefühl zu tun!

Ducati Monster+

Ducati Monster+: die Schöne

Auf dem Tank steht Monster größer als Ducati geschrieben. Ist quasi eine Marke in der Marke. Diese Baureihe rettete Ducati 1993 vor dem Bankrott. Heute nimmt Kollege Stefan auf dem letzten überlebenden Vertreter Platz. Das aktuelle, kompakt zugeschnittene Modell liegt hubraumtechnisch gar nicht weit weg von der Ur-Monster M 900. Hier werkelt Ducatis „Brot-und- Butter-937er“ im Alu-Rahmen. Trotz aller V4-Modelle ist er das Herzstück der Marke. Dieser Tausendsassa-V2 befeuert auch 950er-Multistrada, Supersport und DesertX.

Okay, der Gitterrohrrahmen als Erbgut ist passé. Aber funktional überzeugt die Midsize-Monster mit Alu-Rahmen. „Plus“ steht für eine kleine Plastikblende vorm Cockpit und die hier fehlende Abdeckung überm Soziussitz (total 400 Euro „plus“). Heimspiel: mit einer Ducati durch Italien segeln, va bene! Ab Start prustet und posaunt das Desmo-L pure Lebensfreude aus der