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Fahrbericht Honda CBR 600 RR

Honda bringt mit der CBR 600 RR eine tot geglaubte Ikone zurück. Kann ein supersportlicher 600er-Reihenvierzylinder auch im aktuellen Homologationskorsett noch faszinieren? Aber ja.

Vor nicht allzu langer Zeit hielt man 600er-Supersportler mit höchstdrehenden Vierzylindermotoren für ausgestorben. Die Hightech-Drehorgeln schienen aus der Zeit gefallen, angesichts immer strengerer Abgas- und Lärmvorschriften ihrer Fähigkeiten beraubt, zu teuer sowieso. Doch 2024 ändert sich das, denn neben Kawasaki (ZX-6R) bringt auch Honda seinen Midsize-Supersportler zurück nach Europa.

Klar, es geht um die CBR 600 RR. Rennsport-Fans verbinden mit dieser Modellbezeichnung ein schlankes, aggressives Bike, seit der ersten RR-Generation PC37 (Modelljahr 2003) mit charakteristischem Underseat-Auspuff und Alu-Chassis. Und das bekommen sie auch im Jahr 2024 (endlich wieder) geboten. Beim Anblick der neuen CBR lässt sich klar erkennen, dass Rahmen und Schwinge der direkten Vorgängerin (mit der internen Bezeichnung PC40) sehr ähnlich sind, so wie auch die gesamte Linienführung, von der Frontverkleidung

bis zum Endtopf. Neu aber ist das Gesicht. Es ähnelt jenem der großen Schwester CBR 1000 RR-R Fireblade so sehr, dass auch Kenner der aktuellen Honda-Palette zweimal hinschauen müssen, um die 600er von der 1000er unterscheiden zu können.

Es gelingt zum Beispiel an den Winglets, die kleiner ausfallen, aber auch die 600er jetzt bei hohem Speed zusätzlich stabiliseren sollen. Ebenfalls der Stabilität dienen der elektronisch gesteuerte Lenkungsdämpfer und natürlich das Elektronikpaket mit schräglagensensibler Traktionskontrolle, Wheeliekontrolle, einstellbarer Motorbremse und drei Motormappings. Der großen Schwester steht die CBR 600 RR in dieser Hinsicht also auf dem Papier kaum nach. In Sachen Spitzenleistung freilich schon, 121 PS bei 14 250/min gibt Honda an – knapp 100 Pferde weniger als bei der Fireblade (218 PS). In dieser Hubraumklasse angesichts der strengen Euro 5+-Regularien aber ein beachtlicher Wert. Alle weiteren Updates stehen auf Seite 24.

Das TFT-Cockpit lässt sich ordentlich ablesen. Wichtig: großer Drehzahlmesser
Showa-Federelemente: voll einstellbar und mit straffem Grundsetting
Der ikonische Underseat-Auspuff schmückt auch 2024 die schlanke CBR 600 RR, die Winglets sind neu
Den Quickshifter mit Blipperfunktion gibt’s serienmäßig

In den ersten Runden mit der CBR 600 RR des Jahrgangs 2024 zeigt sich der Reihenvierer trotz aller Normen und damit einhergehender Einschränkungen als durchaus munteres und vor allem drehfreudiges Triebwerk. Aus mittleren Drehzahlen geht’s zwar erwartungsgemäß gemächlich vorwärts, doch nähert sich die Drehzahl dem fünfstelligen Bereich, entwickelt der überarbeitete Motor (siehe Kasten rechts) ordentlichen Vortrieb. Side-Fact für Racer: Mit dem angek�