KLEINE GANZ GROSS

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Fahrbericht CFMoto 450 MT

KTMs Kooperationspartner CFMoto aus China bringt mit der 450 MT eine ernst zu nehmende zweizylindrige Reiseenduro für die A2-Führerscheinklasse bis 48 PS. Und der Preis ist eine aggressive Ansage – ausgerechnet an KTMs 390 Adventure.

Die CFMoto 450 MT bedient schon allein mit ihrem 21-Zoll-Vorderrad ein Segment, das eigentlich erst durch größer motorisierte Abenteuer-Enduros ab einer Yamaha Ténéré 700 oder Aprilias Tuareg 660 bedient wird. Doch mit ihrem eigenen Reihenzweizylinder mit 449 cm³ laden die Chinesen auch Einsteiger und nicht so leistungsfixierte Motorradfahrer in dieses Segment ein. Nicht nur der Motor legte bei unserer ersten Testfahrt gute Manieren an den Tag, auch das Grundkonzept der CFMoto 450 MT bot viel Potenzial, ebenso wie die Verarbeitung insgesamt sowie die Komponenten rund um Fahrwerk und Ausstattung. Dazu ist die Chinesin für 5990 Euro zzgl. Nebenkosten ein verdammt attraktives Angebot.

Der Zweizylinder ist bereits aus dem Naked Bike CFMoto 450 NK bekannt. Für die 450 MT wurden aber das Ein- und Auslasssystem und angeblich auch die Zündung überarbeitet. Offiziell leistet der 449-cm³-Motor 32,5 kW. In Europa stutzt ihn allerdings die Euro-5-Norm auf 31 kW zusammen, was am Ende 42 PS auf dem

Papier bedeutet. Das maximale Drehmoment liegt bei 42 Nm bei 6500/min an. Da es keine verschiedenen Riding-Modes gibt, lässt sich für den Twin mit 72 Millimetern Bohrung und 55,2 Millimetern Hub generell feststellen, dass er über das komplette Drehzahlband ein ganz fideler Motor ist. Selbst bei 2000/min im vierten Gang legte der Antrieb ohne Hacken und Schütteln los. Zwar klaut er für leistungsverwöhnte Motorradfahrer natürlich nicht die Wurst vom Brot, aber der Twin ist so munter aufgelegt, zieht überall brauchbar und ohne Delle durch, dass man seinen lebendigen Charakter respektvoll anerkennen muss.

Die Testmaschine erreichte im sechsten Gang übrigens knapp über 150 km/h auf dem sehr übersichtlichen TFT-Display. Dann setzte der Begrenzer der Sache ein Ende, die CFMoto 450 MT ist hier also recht kurz übersetzt. Was uns sehr gut gefiel, war die Laufkultur des Reihenzweizylinders. Zwar quittierte er Gaswechsel jeweils mit einem Zucken, aber sonst lief er auffällig weich, vibrierte nie störend und rappelte zu keinem Zeitpunkt – wohl ein Verdienst der zwei Ausgleichswellen. Zum Charakter des 450ers trägt auch der Hubzapfenversatz von 270 Grad bei, Ähnlichkeiten zu einem V2 sind also Absicht. Im Gelände ließen sich die etwas störenden Lastwechsel über die fein dosierbare und leicht zu betätigende Kupplung nahezu eliminieren. Zum guten Grundcharakter des Motors passt das sauber schaltbare Sechsganggetriebe, das kurze Schaltwege bietet.

Fahrwerk, Ausstattung und mehr

Nicht selbstverständlich bei diesem Preisschild ist zumindest die 41-Millimeter-Gabel von KYB, die mit Druck- und Zugs