SCHALTEN UND WALTEN

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Fahrbericht Honda E-Clutch an CB 650 R und CBR 650 R

Große Dinge kündigen sich oft nicht groß an und werden selbst von Profis nicht sofort als solche erkannt. Die Honda E-Clutch ist so ein Ereignis, das keiner auf dem Radar hatte und nun viele positiv überrascht.

Was soll das denn?“ oder „Wer braucht so etwas?“ hörte man oft nach der Präsentation der Honda E-Clutch auf der EICMA 2023. Solche Kommentare kamen von interessierten Besuchern und Fachleuten gleichermaßen. Selbst Hondaintern tat sich der eine oder andere schwer damit, das Produkt so richtig einzuordnen.

Schließlich offeriert Honda – wie alle anderen Mitbewerber auch – blippernde Schaltautomaten an vielen Modellen und – dies sehr exklusiv – an ausgewählten Motorrädern das einzigartige Doppelkupplungsgetriebe DCT. Aber genau in diese Lücke dieser technischen Lösungen stößt nun das E-Clutch genannte System, das sich Eigenschaften des Blippers (Schaltautomat für Gangwechsel nach oben und unten) zunutze macht, um ein gänzliches neues Fahrerlebnis auf dem Motorrad zu generieren.

Doch bevor wir uns diesem System in aller Tiefe zuwenden, müssen wir noch kurz auf die Trägerfahrzeuge der E-Clutch eingehen. Sowohl CB 650 R als auch CBR 650 R des Modelljahrgangs 2024 wird die Ehre zuteil, optional als erste mit der E-Clutch

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Honda CBR 650 R E-Clutch 

ausgerüstet zu werden. Und ist das auch gut so, denn die sonstigen Modellpflegemaßnahmen der beiden Mittelklasse-Bikes fallen recht überschaubar aus. Nicht schlimm, denn schon als 2023er-Modelle sahen beide sehr gefällig aus und fahren auch so. Dennoch wurden einlassseitig die Steuerzeiten minimal verändert, an der Auspuffanlage kleinere Korrekturen durchgeführt und an der CBR 650 R die Ansaugluftführung vor dem Luftfilterkasten überarbeitet. Der Heckrahmen verlor 424 Gramm, die Federrate der Gabelfedern wurde verringert und die Dämpfung etwas zurückgenommen, um das Ansprechverhalten der Forke zu verbessern. Mit einem 90-Kilo-Piloten ging dieser Schuss allerdings nach hinten los, da die Gabel nun bereits bei leicht sportlichen Bremsmanövern nur knapp vor dem Endanschlag operiert und gerne mal auf Block geht.

Positiv zu verbuchen ist das aufgefrischte Design der beiden 650er. Während die CBR 650 R nun den anderen CBRs im Styling angeglichen wurde, erhielt die nackte CB eine dynamischere Linienführung, die vor allem am nicht mehr runden Scheinwerfer, den neu gezeichneten Luft- hutzen sowie dem neuen Heck erkennbar ist. Das Kombiinstrument wurde ebenfalls angepackt, um die „Schaltempfehlung“ der E-Clutch darzustellen sowie zeitgemäßen Dingen wie Konnektivität gerecht zu werden. In Summe sind beide 650er-Modelle – abgesehen von der Gabelabstimmung – echte Lecker