Volle Kanne

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TOURENTIPP

Fichtelgebirge und Karlsbader Region/CZ

Kaffeekannen und anderes Porzellan hat man im Fichtelgebirge schon vor 200 Jahren hergestellt. Heute kann man dor t volle Kanne Motorrad fahren. Und wer zu den gut ausgebauten Straßen einen Kontrast sucht, wird ihn gleich hinter der Grenze finden: in Tschechien.

In der oberfränkischen Kreisstadt Selb ist der historische Bezug zum Porzellan kaum zu übersehen

Ein sanftes Gebirge, fast mehr eine Hochfläche mit gefälligen Bergzügen

Typische Fichtelgebirgslandschaft mit sanften Formen, hier bei Gefrees (l.);

Hohenberg an der Eger, haarscharf am äußersten Rande der Bundesrepublik. Wer vom ruhigen kleinen Ort mit der großen Burg Richtung Selb fährt, wird fast mit der Hand die tschechischen Grenzpfähle berühren können.

Was zu Zeiten des Eisernen Vorhangs Hohenberg eine absolute Randlage bescherte, macht es heute zum idealen Ausgangspunkt für Touren sowohl durch das Fichtelgebirge als auch beim tschechischen Nachbarn.

Das Fichtelgebirge, dieses hufeisenförmig gebogene, nach Osten offene Massiv, ist ein sanftes Gebirge, fast mehr eine Hochfläche, die an ihren Rändern von gefälligen Bergzügen eingerahmt ist. Weil das Gebirge schon uralt ist, fehlen ihm auch weitgehend die markanten Kanten, Schluchten oder Bergklötze vieler anderer Gebirge. Motorradfahren im Fichtelgebirge hat dadurch etwas mit genüsslichem Schlendern durch eine wunderbar entspannte Landschaft zu tun. Die Benelli TRK 502 ist dafür ein sehr geeignetes Motorrad, fühlt sich mit aufrechter Sitzposition wie ein Fernsehsessel im Landschaftskino an. Sehr praxistaugliche

Koffer lassen die Reiseenduro zudem bestens auf dieser Tour aussehen.

Und die Benelli mag es auch, sich von der Bundesstraße zu entbinden und auf kleine Sträßchen von Dorf zu Dorf abzuschwenken. Auf der Münchberger Hochfläche geht es zum Beispiel sehr ländlich zu, aber nicht nur dort. Das tiefe Grün der Wälder setzt einen markanten Kontrast zum weiten Blick auf Felder. Mit Annäherung an den Westteil des Fichtel-Hufeisens greifen diese Wälder immer mehr Platz und umfangen die Straße, auf der man sich unmerklich immer höherschraubt.

1051 Meter ist das Fichtelgebirge am Schneeberg hoch – für Wanderer. Motorräder kommen nördlich von Weißenstadt immerhin auf 800 Meter hoch, nahe Fichtelberg kurz darunter.

Bad Berneck lockt zu einer Pause (o.);
Deutsches Dampflokomotiv-Museum in Neuenmarkt – staunend vor stählernen Riesen stehen (u. l.);
Bikertreff und Kneipe „Endstation“ in Fichtelberg (u. M.);
im „Gasthof zur Burg“ in Hohenberg an der Eger gibt’s Forellen und Saiblinge aus eigener Zucht (u. r.)

Die Luft wird also nicht dünn im Fichtelgebirge. Im Gegenteil, es ist viel Platz zum Auf- und Durchatmen. Orte zum Pausemachen gibt es jedenfalls viele. Ob am richtig fetzigen Motorradtreff