MACHTGEIL

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Es ist so weit: BMW hat einen Thron gezimmert für das mächtigste, stärkste Crossover-Bike der Geschichte: 201 PS! Lässt sich Leistung in Worte fassen? Kann man dieses unglaublich leichtfüßige Fahrverhalten beschreiben? Wir versuchen es einmal.

Autor: Thomas Schmieder thomas@motorradonline.de

Jeder weiß es: Engagiert bewegte Reiseenduros à la GS oder Multistrada ärgern Fahrer von Supersport-Motorrädern auf kurvigen, engen Landstraßen gern empfindlich. Können das dann ähnlich hochbeinige Crossover-Bikes auf 17-Zoll-Rädern und reinen Straßenreifen nicht umso besser? „Und ob“, beschwört BMW mit Blick auf sein drittes M-Modell: Nach gut 7500 Exemplaren von Superbike (M 1000 RR) und Naked (M 1000 R) präsentieren die Münchner nun die M 1000 XR als – ja, was denn nun? Hypersport-Tourer? „Langstrecken-Sportmotorrad“, sagt BMW!

Für diese „ultimative Fahrmaschine, das leichteste und stärkste Crossover-Bike“ stiftete die jüngst auf 170 PS erstarkte S 1000 XR das Grundkonzept. Nur sitzt bei der M der leicht gezähmte Shiftcam-Vierzylinder des Superbikes S 1000 RR samt variabler Einlassventilsteuerung im Chassis. Ja, gezähmt. Normalerweise leistet dieser Motor 212 Pferdestärken. Hier sind’s „nur“ deren 201. Das Ganze garniert mit Leichtbau – und fertig ist der Supersport-Tourer. Klingt gewaltig, entsprechend erwartungsvoll steigen wir auf.

In 85 Zentimetern Höhe sitzt man auf dem mächtigen Muskelberg: gut eingespannt, bestens integriert auf dem Thron der Macht. Der höhere „High Dynamic“-Fahrersitz bringt den Fahrer dorthin, wo die Musik spielt: nahe an den Lenker in seiner fein überfrästen Klemmung. Er sitzt gegenüber der S 1000 XR weiter vorn platziert und soll somit etwas mehr Last aufs Vorderrad bringen. Noch mehr Druck gibt’s bei hohen Geschwindigkeiten durch die Winglets (Flügelchen) à la MotoGP. Sie sitzen markant an der Kühlerverkleidung und sollen konkret bei 220 km/h zwölf Kilogramm extra auf das Vorderrad laden und so die Geradeauslauf-Stabilität verbessern. Der seitliche Bereich des Motorrads soll zudem besser, weil turbulenzärmer vom Fahrtwind umströmt werden.

227 Kilogramm soll die aktuelle S 1000 XR laut BMW-Werksangabe mit 90 Prozent Sprit an Bord wiegen. Unser „Mister M“ soll mit ebenfalls 18 Litern im 20-Liter-Tank 223 Kilogramm leicht sein. Kleinerer Akku und kompaktere Lichtmaschine, kleiner Sport-Windschild und leichte Schmiederäder machen’s möglich. Aber wir fahren heute BMWs Leichtbau-Krönung, die M 1000 XR mit „M-Competition-Paket“. Sie bietet für 5090 Eur