SCHWARZ- WEISS LENKEN

5 min lesen

Gut und böse, richtig und falsch – ganz so drastisch fallen die Gegensätze bei Husqvarnas erneuerten 401-Modellen trotz ihrer Farbgebung nicht aus. Wir konnten die Schwedenpfeile bereits ausprobieren.

Autor: Philipp Genikomsidis philipp@motorradonline.de

Husqvarna Svartpilen 401

Vitpilen und Svartpilen – auf Deutsch „Weißer Pfeil“ und „Schwarzer Pfeil“ – sind seit ihrer Einführung im Jahr 2018 Synonyme für stilvolle Individualisten-Bikes mit bewährter Großserientechnik. Letzteres gilt für die Neuauflagen der A2-Bikes mehr denn je: Unter dem Bodywork mit schwedischer Designsprache steckt nahezu unangetastete 2024er-KTM 390 Duke-Technik. An dieser Stelle sei auf den Fahrbericht zu ebenjener ab Seite 20 verwiesen – unweigerlich treffen also viele Erkenntnisse von Kollege Ralf Schneider auch auf den Erstkontakt mit den optisch gediegeneren Husqvarnas zu.

Anders als bei der sportlich-aggressiven KTM sollen der Scrambler Svartpilen 401 und der Roadster Vitpilen 401 nicht mit jugendlichem Pep, sondern mit minimalistischem Understatement auf Kundenfang gehen. Lifestyle-Bikes für das urbane Umfeld, mit hohem Nutzwert und trotzdem großem Spaßfaktor beim Kurvenräubern. Kann dieser Spagat mit dem gleichen technischen Unterbau gelingen?

Von der letzten Vitpilen- und Svartpilen-Generation aus dem Jahr 2018 ist technisch nicht mehr viel übrig, 90 Prozent der Teile sind neu. Motor, Chassis, Fahrwerkskomponenten, Elektronik und Bremse übernehmen die Huskys eins zu eins von der 2024er-KTM 390 Duke. Hausdesigner Kiska sorgt für die markengerechte Schweden-Optik, produziert wird in Indien bei Bajaj. Trotz globalisierter Abstammung wirken die beiden A2-Pfeile aber authentisch wie eh und je, treffen den richtigen Ton zwischen Klassik und Moderne.

Ganz so aufs Wesentliche reduziert und zierlich wie bisher wirken die 401er aber nicht mehr, die „Pilen“ sind in sämtlichen Dimensionen gewachsen. Von 20 Prozent mehr Volumen ist die Rede, und das sieht man sofort: Der minimalistische Heckstummel ist Geschichte, die Tankkapazität wächst um vier auf jetzt 13 Liter. Zehn Millimeter mehr Radstand sollen für mehr Highspeed-Stabilität sorgen, mehr Bodenfreiheit dürfte vor allem schotterwegaffine Svartpilen-Käufer freuen. Trotz der erwachseneren Abmessungen soll die Zugänglichkeit aber nicht leiden – ganz im Gegenteil: Die Sitzhöhe schrumpft von vormals 835 auf jetzt nur noch 820 Millimeter. Pilotinnen und Piloten ab 1,70 Meter sollen so im Stand entspannt die Füße auf den Boden bekommen. Bei den