MT-NULL NEU

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Grob alle drei Jahre wird am Power-Mittelklasse-Dauerbrenner von Yamaha kräftig geschraubt und gedreht. Nun ist es wieder so weit und es wurde punktgenau an den größten Streitpunkten der Vergangenheit gearbeitet: Optik, Ergonomie und Bedienung. Wir liefern brühwarme erste Praxiseindrücke aus Lanzarote.

Autor: René Correra reen@motorradonline.de

Die MT-09 hat Yamaha wahrscheinlich den Hals gerettet, das kann man nicht anders sagen. Sie brachte 2013 dringend benötigte, frische Impulse in die eigene, seinerzeit schnarchige Naked-Bike-Palette und in das Marktsegment generell. Ultraagiles Handling, wilder Dreizylinder, gewohnte Japan-Qualität. Das stach. Und sticht immer noch. Sonst würden wir an dieser Stelle nicht von der mittlerweile vierten Modellgeneration in großzügig eingeschenkten zehn Jahren sprechen.

Nichtsdestotrotz sorgte nicht alles an der Erfolgs-Yamaha für ungeteilte Begeisterung, weswegen es für imposante Verkaufsrekorde und Testsiege in letzter Zeit nicht mehr reichte. Hier wurde für die neueste 09 nun gezielt angefasst.

Punkt 1: die Optik. Eine gewisse Schrulligkeit gehört zur marketingtechnisch düster aufgeladenen Modell-DNA irgendwie dazu, aber die letzte Generation mit ihrer viel zu hohen Grinsemaske und der bauchigen Tanklinie verlangte auch Fans viel ab. Die neue Maske mit ausgeprägtem Zornesblick wanderte nun runter auf die Höhe des ebenfalls abgeflachten Tanks, und am Heck gibt es nicht mehr ganz so viel Schwindsucht. Bringt der ganzen Linie mehr Harmonie und Gedrungenheit. Geschmackssache, und typische MT-Kanten gibt es immer noch genug, aber irgendwie doch schon harmonischer.

Punkt 2: die Ergonomie. Lenker sehr hoch, Rasten sehr tief. Das war zwar saumäßig bequem, aber der leicht staksigen Optik eben auch sehr zuträglich. Sorgte zusammen mit dem geringen Gewicht und der handlingfördernden Geometrie zwar für bestechend leichtes Einlenken und Rumwerfen, aber war gefühlt auch unendlich weit vom Vorderrad entfernt. Präzision und Feedback waren analog so lala und dank harsch ansprechender, labbriger Gabel fehlten Ruhe und Souveränität. Nun geht es in die andere Richtung: Lenker runter, Fußrasten rauf und zurück. Ergebnis: harmonisierte Optik und erstmals das Gefühl, auf einem ganz normalen Naked Bike zu sitzen. Wem das noch nicht reicht, der kann die Rasten sogar noch eine Position höher montieren.

Punkt 3: die Bedienung. Smartphone-Displays sind gefühlt schon ewig größer als das bisherige 3,5-Zoll-Cockpit der MT-09. Und leichter bedienbar. Das Yamahatypische Drehrad