TATORT- REINIGER

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Wenn Minka mal wieder an unpassender Stelle ihre Krallen geschärft hat oder lackierte Blechteile durch Unachtsamkeit von Kampfspuren betroffen sind, schlägt die Stunde der Lackkratzer-Entferner. Zehn potenzielle Problemlöser müssen im Labortest zeigen, was sie können.

Autor: Klaus Herder klaus@motorradonline.de

Test Lackkratzer-Entferner

Das Aufmacherbild dieser Geschichte lässt es erahnen: Es war natürlich Cat (!) Stevens, der 1967 mit „The First Cut Is The Deepest“ die später vielfach gecoverte Hymne aller Lackkratzer-Geschädigten geschrieben hat. Im Leben eines Fahrzeugbesitzers gibt es tatsächlich nichts Schlimmeres, als am fast noch neuen Kfz die erste Lackbeschädigung am „heiligen Blech“ zu entdecken. Bestenfalls vergleichbar mit dem Fingernagelbruch bei einem 16-jährigen Girlie oder dem Untergang der spanischen Armada. Alles total Drama!

Bei betroffenen Fahrzeugeignern reift in einer solchen Situation schon mal der Gedanke an eine Teil- oder gar Komplettlackierung. Die Pflegemittel-Industrie antwortet auf solche Ansinnen mit „Muss doch gar nicht sein!“ und preist mit meist blumigen Worten unter dem Oberbegriff „Lackkratzer-Entferner“ spezielle Polituren an, die mit wenig Aufwand und geringen Kosten das Kratzermissgeschick ungeschehen machen sollen. Von konventionellen Polituren unterscheiden sich diese Spezialisten meist nur durch den höheren Anteil an abrasiven Bestandteilen (Schleifmittel).

Alle dieser Polituren beseitigen den Kratzer in der Farbschicht, indem sie Lack abtragen. Ein Vorgang also, der sich nicht ohne sehr viel Aufwand (sprich Neulackierung) rückgängig machen lässt. Wer es bei der Anwendung also übertreibt, macht womöglich aus einer kleinen Schramme einen richtig teuren Lackschaden, gegen den dann auch der beste Kratzerentferner machtlos ist. Die Chancen, einen Kratzer tatsächlich ungeschehen zu machen, steigen dann gewaltig, wenn möglichst nur die den eigentlichen Farblack überdeckende Klarlackschicht betroffen ist. Die Krux an der Sache: Genau diese Schicht ist aber meist nicht sehr viel stärker als einen Zehntelmillimeter. Die Wahrscheinlichkeit, davon etwas zu viel abzutragen, ist also gar nicht so gering.

Der potenzielle Selbermacher sollte daher vor dem Kratzerentferner-Einkauf seine handwerklichen Fähigkeiten sehr realistisch selbst einschätzen, denn der Markt bietet Ein- und Zweikomponentenmittel. Bei den Vertretern der Zweikomponententechnik (im vorliegenden Test sind das Quixx und Sonax) gehört neben den in getrennten Tuben untergebrachten Pol

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