FLIEGEN DER BULLE

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Michael Dunlop gehört zu den erfolgreichsten Road Racern des Planeten. Im exklusiven MOTORRAD-Interview spricht der Nordire über seine Ziele, plaudert über Motorräder und gibt die ein oder andere Anekdote zum Besten.

Autor: Mario Steffen sport@motorradonline.de Fotos: Stephen Davidson/Pacemaker (2), D30 (5), Jörg Künstle, Matthias Schröter

Interview Michael Dunlop

Zu allem bereit: Selbst nach 19 Jahren im professionellen Road Racing ist Dunlop voller Siegeswillen

Der Spitzname „Raging Bull“ kommt nicht von ungefähr. Michael Dunlop ist ein bulliger und kräftiger Mann, dessen Augen vor Selbstbewusstsein strotzen. Sein ganzes Auftreten vermittelt Respekt, ist beinahe einschüchternd. Dafür ist er bekannt, hat bei Road-Racing-Fans beinahe den heroischen Status eines „Gott der Straßen“. Was die Fans bewundern, lässt bei der Konkurrenz Angstzustände auftreten. Sein Auftritt passt wie die Faust aufs Auge zu seinem aggressiven Fahrstil. Der 34-jährige Dunlop aus dem beschaulichen Örtchen Ballymoney fährt nicht einfach nur die berüchtigten Rennkurse wie den Mountain Course auf der Isle of Man oder die North West – er bezwingt sie förmlich mit aller Macht und seine Gegner gleich mit.

Michael ist der jüngste Spross der berühmten Dunlop-Rennfahrerfamilie und schaut auf eine fast schon einmalige Erfolgsbilanz im Road Racing zurück. Insgesamt gehen seit seinem Straßenrenn-Debüt mit erst 17 Jahren anno 2006 beim Manx-GP satte 113 Siege auf sein Konto. 25-mal holte er sich die TT-Krone, 38-mal stand er auf dem TT-Podium. Neben all den Erfolgen erlitt Michael aber auch viele Schicksalsschläge: Sein Vater Robert, Bruder William und Onkel Joey kamen bei Straßenrennen ums Leben. Ans Aufhören denkt Michael Dunlop jedoch nicht – sein Leben gehört dem Road Racing.

Michael Dunlop. Im Hauptsitz des britischen Protektorenherstellers D30 unweit von London nahm sich Road-Racing-Legende Michael Dunlop viel Zeit für MOTORRAD.

Erst einmal: Michael, wie geht’s dir?

Mir geht’s wie dem aktuellen englischen Wetter – Schnee, Regen, Kälte –, also blendend (lacht). Danke der Nachfrage.

2024 wird deine 16. Teilnahme bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man sein – eine ganz schöne Hausnummer! Was erwartest du?

Ja, stimmt, da hast du recht! Ich bin schon einige Jahre dabei. Ehrlich gesagt erwarte ich aktuell noch gar nicht so viel, es ist ja noch ein bisschen Zeit bis zur TT. Unabhängig davon bereite ich mich so langsam vor und versuche natürlich während der TT mein Bestes

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