Totgesagte zocken länger

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Am Mac trifft eine bescheidene Auswahl an Spielen auf oft eher schwache Hardware. Doch wer spielen will, findet einen Weg.

TEXT: STEFAN MOLZ

Spielen am Mac war schon immer Mangelwirtschaft. Viele Jahre existierte dennoch eine gewisse Vielfalt an Neuerscheinungen. Dank derer ließ sich sogar ein ganzes Mac-Life-Sonderheft zum Thema „Gaming“ füllen. Das aber ist nunmehr fast 15 Jahre her, seitdem hat sich viel verändert. Wo seinerzeit Unternehmen wie Macsoft AAA-Titel vom Schlage eines Halo, Unreal Tournament und die „Age of Empires“-Titel auf den Mac brachten und darüber hinaus Aspyr sowie Feral Interactive verlässlich für Nachschub an Umsetzungen populärer Windows-Spiele sorgten, sind es heute hauptsächlich Indie-Spiele, die für macOS erscheinen. Doch das tröstet kaum über das Ausbleiben wirklich namhafter Blockbuster hinweg: Elden Ring, Lost Ark oder einer der anderen großen Titel dieser Tage stehen für den Mac nicht in Aussicht. Apple selbst traf Entscheidungen, die das Spielen auf dem Mac verkomplizierten. Das vielleicht noch kleinste Problem war die schwache 3D-Grafikleistung insbesondere in den preisgünstigeren Modellen für uns Normalsterbliche. Das lange Festhalten an alten Softwareschnittstellen war ein Ärgernis für Entwickler:innen, dar-über hinaus stellte der Zwang hin zu 64-Bit-Anwendungen mit Veröffentlichung von macOS Catalina eine Zäsur dar. Ein nicht unerheblicher Teil der Mac-Spielegeschichte ging verloren. Auch der Wechsel hin zu Apple Silicon bleibt für das Spielen nicht ohne Folgen, nur die wenigsten Neuerscheinungen sind auf M1-Chips optimiert.

Wenn du heute ein Spiel kaufen möchtest, ist Steam Anlaufstelle Nummer 1. Eine deutlich kleinere Auswahl an Mac-Titeln findest du im Epic Games Store. Viele ältere Spiele sind frei von Kopierschutzmechanismen bei GOG zu haben. Auch im Mac App Store wirst du fündig. Mit einem Apple-Arcade-Abo hast du zudem Zugriff auf eine Vielzahl kurzweiliger Titel, die du vielleicht schon von iPhone und iPad kennst. Überdies steht dir die Welt der Retro-Spiele über Emulatoren offen – doch das ist ein Thema für einen anderen Artikel.

Boot Camp: Ruhe in Frieden

macOS zum Arbeiten, Windows zum Spielen: Genau so nutzten viele spielebegeisterte Mac-Besitzer:innen über die vergangenen Jahre hinweg ihre Macs. Boot Camp machte eben das möglich. Vor dem Wechsel auf eigene Prozessoren ließ sich jeder Mac vollwertig unter Windows starten und mit x86-Software zum Spielen verwenden. Die Möglichkeit, unter Windows zu booten, fällt mit den neuen Apple-Silicon-Geräten – und damit die bis

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