MÖRDERISCHES KRIMIDINNER

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Mord und Totschlag auch hinter den Kulissen?

Original KRIMIDINNER-Schauspielerin Romina Bursy hat Rede und Antwort gestanden – über die besonderen Herausforderungen, den Ablauf und zahlreiche Gänsehautmomente.

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Wie überall, wo Profis auftreten, sieht alles sehr leicht aus. Gibt es denn als Laie eine Chance, bei euch „reinzurutschen“?

Nein, man muss das Schauspielhandwerk wirklich beherrschen – neben der Freude erfordert der direkte Kontakt zum Zuschauer auch ein gewisses Maß an Mut. Flexibilität, Spontanität und Präzision gehören ebenfalls dazu, zudem ein klares Rollenverständnis, Timing und das Gefühl für die Zeit, in der das Stück spielt. Zudem sollte man aufgrund der Belastung und besonderen Umstände auch ein dickes Fell sowie natürlich die absolute Leidenschaft für diesen Beruf mitbringen. Es gehört also einiges dazu.

Oha, da fragen wir natürlich nach. Fangen wir jedoch chronologisch von vorne an. Wann starten die Vorbereitungen für die Shows?

Wie bei jedem anderen Theater auch, gibt es zunächst ganz klassisch Proben. Diese laufen in der Regel pro Stück und Team zwischen fünf und acht Tagen. Die Probephase findet meist im Sommer statt, je nachdem wie viele Stücke live umgesetzt werden. Vier von insgesamt neun sind derzeit im Portfolio: „Sherlock Holmes und der Fluch der Ashtonburrys“, „Die Nacht des Schreckens“, „Ein Leichenschmaus“ und „Hochzeit in Schwarz“.

Wie viel Interpretation steckt live in eurem Auftritt?

Da die Stücke schon lange bestehen, sind das sogenannte Übernahmen, die dem Original sehr ähnlich sein sollten. Das ist den Autoren schon sehr wichtig. Dennoch bringt jeder seine Persönlichkeit mit ein und muss sich auch durchzusetzen wissen: Wir stehen ja nicht auf einer Bühne, sondern mitten im Publikum, das zum Teil miteinander spricht oder auf unser Spiel reagiert. Dann gibt es schon auch mal übermotivierte Gäste, die alles kommentieren – genauso wie beim Bühnenstück auch. Es ist auch schon passiert, dass sich ein Zuschauer als Lord im Stück fühlt und das indische Hausmädchen Ravia geküsst hat. Das ist auch ein direkter Kontakt zum Zuschauer. Mit der Zeit lernt man, mit solchen Situationen charmant umzugehen :-).

Du beherrschst eine Menge Rollen – musst du auch mal kurzfristig wechseln?

Das kann in Ausnahmefällen vorkommen. Ich erinnere mich gerade an eine Situation. Krankheitsbedingt fiel eine Kollegin aus. Der Anruf kam um 10 Uhr morgens, also schnell zur Stellprobe nach Essen, von 16:00 bis 19:00 Uhr Durchlaufproben und dann selbstständig bis 04:00 Uhr morgens Videomaterial anschauen und den Text lernen. Drei Stunden später sind wir zum Spielort gefahren und haben abends gespielt. Dann ein weiterer Test für die eigene Fle

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