GRIP
15 July 2016

Liebe Leser, seit dem 1. Juli haben wir eine neue Lärmverordnung in Deutschland – mal sehen, ob es einer merkt. Sie besagt, dass Autos mit EU-Typzulassung einheitliche Grenzwerte einhalten müssen. Quintessenz der neuen Regelung: Je höher das Leistungsgewicht, desto lauter dürfen sie sein. Also werden unsere beliebten starken Automobile auch weiter kräftig Sound verbreiten. Gut so. Denn ein Auto ohne Sound ist wie ein Lenk ohne Rad. Die Formel e, eigentlich eine gute Idee, scheitert bei Motorsportfans hauptsächlich aus Mangel an Akustik. Und mit Verlaub: Auch die Natur ist nicht leise. Den Donner bei Gewitter können nicht mal die besten AMG-Akustiker kopieren, und wer mal durch einen Schwarm von Zikaden in Afrika gefahren ist, den kann das Kreischen eines alten Formel-1-Aggregates nicht mehr schrecken. Andererseits: Lärm macht krank. Das ist Fakt, und auch wir sitzen am Wochenende gern mal im City-Cafe und sind froh, wenn uns kein Harley- Geboller die Sahne im Espresso zu Butter werden lässt und die Sportwagen mal kurz die Klappen halten. Also: Öffnet einfach mal nicht alle Auspuffsysteme in Städten und Dörfern, geht mit dem Gaspedal verantwortlich um – und macht lieber auf Landstraßen, Autobahnen und Rennstrecken zumindest akustisch, was ihr wollt. Kurz: Lärmverständnis statt Lärmverordnung. Das merken dann bestimmt viel mehr Verkehrsteilnehmer und Anwohner als es bei der neuen Lärmverordnung der Fall sein wird...

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