TEILE IN GEFAHR

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Die FREERIDE-Tester sind ständig im Einsatz und lassen bei ihren Missionen die Teile erzittern. Soll man’s kaufen, oder besser nicht?

BREMSFALLSCHIRM

Allein die wuchtige Optik des von vier Schrauben zusammengepressten Bremssattels outet Srams neue Maven als reines Gravity-Produkt. Enduro, Downhill und E-MTB stehen im Lastenheft dieses Wurfankers. Auch das Gehäuse des Bremshebels baut voluminöser, um mehr Mineralöl (richtig, kein DOT) zu fassen und die im Vergleich zur Code nochmals größeren Bremsbeläge mit Druck zu versorgen. Einfach alles scheint im Vergleich zur Code noch größer dimensioniert. So viel Materialeinsatz macht sich natürlich auch auf der Waage bemerkbar. Ohne Befestigungsschrauben, Lenkerschellen und Scheiben wiegt eine Bremse 349 Gramm. Das sind 53 Gramm mehr als bei einer Code. Srams hat sich ausschließlich auf die Maximierung von Bremskraft und Standfestigkeit fokussiert. Bei hoher Handkraft soll die Maven, die serienmäßig mit organischen Belägen ausgestattet ist, ganze 50 (!) Prozent mehr Power als eine Code liefern. Und tatsächlich, bereits beim Einbremsen packt die Maven beherzt zu. Nach Ende der Prozedur genügen minimale Handkräfte, um ordentlich zu verzögern. Wir können definitiv bestätigen, dass die Bremspower deutlich über allen anderen Sram-Produkten liegt. An so viel Kraft muss man sich erst mal gewöhnen. Einfach so sorglos am Hebel ziehen wie bei einer Code, ist mit der Maven nicht mehr möglich. Im direkten Vergleich verzögert die Maven wesentlich kraftvoller. Man bekommt unmittelbar Feedback, sobald die Beläge an der Scheibe anliegen. Etwas nervig: Durch die vergrößerten Beläge dauerte es länger, bis die Scheibe schleiffrei lief. Die von uns getestete rote Maven Ultimate Expert ist auf 2500 Stück limitiert. Los geht es mit der Maven Bronze für 220 Euro pro Bremse, bei der man auf eine Leerwegverstellung und Kugellager am Bremshebel verzichten muss. Preis: 699 Euro (inklusive vier Bremsscheiben, Sinterbeläge, Entlüftungskit). Der Preis ist okay. sram.com

FAZIT: Eine der kraftvollsten Bremsen, die ich je gefahren bin. So viel Power braucht Eingewöhnung. Eine Option für schwere Fahrer, die ihre Bremse ans Limit bringen, für Biker mit Durchschnittsgewicht kein Must-have.

Bei den Bremshebeln mit vergrößertem Ölvolumen kommt die bewährte Swinglink-Technolgie zum Einsatz. Leerweg und Hebelweite lassen sich bei den Topmodellen werkzeuglos verstellen.

STÄRKEN SCHWÄCHEN

> Bremskraft > Verarbeitung > lange Wartungsintervalle (Mineralöl)

> Gewicht > leicht wanderder Druckpunkt

Ale di Lullo, Dimitri Lehner, Laurin Lehner / Mediengruppe Klambt

TESTER Peter Nilges nicht kaufen kaufen

DEBÜT-TRETER

Die Lenker- und Vorbauspezialisten aus England haben laut eigenen Angaben viel Hirnschmalz in ihr erstes Pedal investiert. Das Flatpedal besitzt z

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