SCHAFFEN wir das

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Eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Wie kann man da sein, die richtigen Worte finden und unterstützen, wenn eine gute Freundin betroffen ist? Eine Überlebende berichtet, was ihr geholfen hat – und was nicht

TEXT: CARINA PARKE 6 Min. Lesedauer

Zusammen

Neue Challenge für alte Friends

Doch welche Worte hätte sich Carolin Kotke stattdessen gewünscht? Offene ende 2017 erhält Carolin Kotke die Diagnose Brustkrebs. Chemotherapie, Bestrahlung, Krankenhausaufenthalt und die Entscheidung, die Eierstöcke aufgrund eines erhöhten Eierstockkrebsrisikos entfernen zu lassen – für die Autorin, die auch als Ernährungs-Coach arbeitet, ist seitdem nichts mehr, wie es einmal war. „Prioritäten und Ansichten verschieben sich. Man steht auf einmal an einem ganz anderen Punkt im Leben“, erklärt sie. Wie viele Brustkrebsbetroffene macht auch sie die Erfahrung, dass sich manche zwischenmenschlichen Verbindungen langsam auflösen. „Weil beim Gegenüber oft Überforderung herrscht, ohne es vorwurfsvoll zu meinen. Es gab viel Support, aber leider auch Freundinnen, die mit der ganzen Geschichte nicht umgehen und nicht offen darüber sprechen konnten“, erinnert sie sich. „Es ist schade zu sehen, wie sehr man sich auf einmal auseinanderlebt, ohne sich überhaupt gestritten zu haben. Man hält an den alten Gefühlen und den unvergesslichen Zeiten fest, möchte manchmal so gern wieder die alte Caro sein. Aber man ist nicht mehr die gleiche Person.“ Fragen! Sie helfen, wenn einem die richtigen Sätze fehlen. Etwa: Ich finde es schwierig, deine Erkrankung zu thematisieren – wie ist es denn richtig? Darf ich vor dir über das Thema Kinder und Zukunft sprechen oder triggert es dich? Wie kann ich dich unterstützen? Und: Wie geht es dir wirklich? Denn ehrliches Interesse schenke Kraft, wenn die Diagnose Brustkrebs einer geliebten Person den Boden unter den Füßen wegzieht, weiß Carolin Kotke.

Beim Thema Familienplanung ist es besonders schwierig. Eben weil nach der Krebsdiagnose erst einmal generell an Planung nicht zu denken ist, weil dann die langfristige Gesundheit und das Leben zu genießen zur Priorität Nummer eins wird. „Ich freue mich natürlich über jegliche Baby-News meiner Freundinnen, fiebere gern mit, aber natürlich triggern mich genau jene Themen. Zu diesem Zeitpunkt damals umso mehr. Eine kleine süße happy Family – Dinge, die ich so vermutlich nie haben werde. Dinge, die ich meinem Freund nie werde schenken können. Ich wollte meine Freundinnen nicht damit überfordern oder auch belasten“, sagt sie. Jedes Kind ein weiterer Elefant im Raum.

Wenn Carol

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