Die grenzenlose Bildgewalt

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Mit 2,5 Meter Bilddiagonale ist der Samsung GQ98Q80C der größte Fernsehapparat, der es bis dato in unser Testlabor geschafft hat. Tatsächlich liefert er ein Bild in Kinodimensionen, das in vielen Belangen die Heimkinoprojektion in den Schatten stellt.

Roland Seibt

Filme riesengroß aus möglichst großem Sehabstand genießen – das ist echtes Kinofeeling, und sogar schonend für die Augen, da sich deren Muskulatur dabei eher entspannt. Allerdings hatten selbst wir TV-Experten immer Sorgen, wie weit es die TV-Hersteller mit ihrem Größenwahn noch treiben würden. Eben mal ein paar 55-Zöller auspacken, aufstellen und nach zwei Wochen wieder zurückschicken ist fast ein Kinderspiel, doch jenseits der 85 Zoll wird der Test logistisch ungemütlich.

Am Ende konnte uns Samsung doch sehr leicht überzeugen, uns der großen Herausforderung zu stellen. Mit annähernd 100 Zoll Bilddiagonale ist nämlich eine magische Grenze erreicht, die die visionären Erfinder der Ultra-HD-Auflösung vor über zehn Jahren bereits avisiert hatten. In Konzeptpapieren hieß es, für bis zu zweieinhalb Meter Bildgröße würde die 4K-Auflösung ausreichen, darüber benötigte man dann 8K. Damals haben wir die Aussage belächelt und bezweifelt, dass so große TV-Geräte jemals Einzug in Wohnzimmer halten würden.

Jetzt ist es aber so weit, und wahrlich gigantische Fernseher sind zu Preisen zu haben, für die es vor wenigen Generationen nur die halbe Bildfläche gab. Dabei ist unser Samsung GQ98Q80C für „nur“ 8000 Euro nicht einmal das preisaggresivste Modell im Markt.

Beim Kauf sollte auf jeden Fall ein offensichtlicher Fakt berücksichtigt werden: Solche Geräte muss man im Fachhandel kaufen, der Lieferung und Aufstellung übernimmt und am besten auch fragt, wie tief der Aufzug ist und welchen Radius das Treppenhaus hat. Ein 88 kg schwerer Karton mit 2,40 m Länge ist definitiv nichts, was man sich vom Versandhändler bis zur Bordsteinkante liefern lässt.

Wahre Größe

Im Labor konnte der Samsung-TV dann zeigen, was in ihm steckt. Mit erstaunlich schmalem zentralem Metallfuß braucht das 66 kg schwere Gerät lobenswert wenig, aber belastbare Stellfläche. Und dank des riesigen Panels trägt die integrierte Elektronik nur wenig auf, sodass alles ultraslim wirkt. Ist der Fernseher nach der dank Samsungs Handy-App „Smart Things“ ordentlich erleichterten Installation erst einmal in Betrieb genommen, gewöhnt man sich schnell an die zuerst übergroß erscheinenden Bilderfluten. Man tritt einen Meter weiter zurück,















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