Ultranah am Fenster zur Welt

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Seit einigen Jahren gewinnen Laser-TVs Marktanteile im Großbildbereich. Sie projizieren aus ultrakurzer Entfernung auf riesige Bildwände und sind im ausgeschalteten Zustand perfekt dezent. Wenn jetzt der Optikspezialist Leica ein Spitzenmodell verfeinert, kommt Großes dabei heraus.

Roland Seibt

Das Wohnzimmer ist ein Wohlfühlraum. Darin wird entspannt, und um die passenden Emotionen zu generieren, legt man meist Wert auf exklusives, gern offenes Design. Der Traum vom Ambiente endet aber jäh, sobald es um die Integration von Unterhaltungselektronik geht. Für feinst aufgelöste Details muss der Bildschirm so monströs wie möglich sein, und für perfekten Sound zum Kinobild braucht man mindestens neun Lautsprecher nebst dickem Woofer. Solch ein Heimkinoszenario, das seinem großen Bruder Kino technisch nacheifert, ist eine Horrorvision für Interieur Designer, zumal der Raum möglichst pechschwarz sein sollte. Kurz gesagt, gehört das optimierte Heimkino in den Keller.

Genau beim Ambiente liegen die Chancen der neuen Laser-TVs, denn sie vereinen ein sehr lichtstarkes Bild mit dezentem, im Falle des Leica Cine-1 sogar luxuriösem Design. Genau genommen markieren sie die nächste Evolutionsstufe der Projektionstechnik. Hier hängt kein Beamer hinten im Raum, sondern der Bildwerfer steht fast unmittelbar vor seinem 2,5 Meter großen Bild.

Besser als Beamer

Den DLP-Chip in Ultra-HD-Auflösung hat Leica der klassischen Beamertechnik entliehen, doch das Drumherum ist deutlich weiter entwickelt, als man es vom Heimkino kennt. Dort ist zwar auch die Lasertechnik als Lichtquelle angekommen, meistens jedoch nur in der blauen Variante, die im schlimmsten Fall ein Farbrad durchleuchtet. Leica dagegen arbeitet mit einem Triple-Laser, also mit gleich drei Farbkanonen, die wunderbar auf die Lichtfrequenzen abgestimmt sind, die der gigantische Farbraum von HDR BT.2100 definiert. Damit liefert der Cine-1 ein weitaus größeres Farbvolumen als Frontprojektoren, die es für weniger als 50 000 Euro gibt, und nebenbei auch als jeder aktuelle OLED- oder QLED-TV.

Eine vollwertige Alternative zum Fernsehapparat

Auch in einem weiteren Detail müssen klassische Heimkinobeamer passen: Sie sind als Monitor konzipiert, brauchen also stets einen Zuspieler. Nur in wenigen Ausnahmefällen können sie von sich aus streamen oder besitzen gar einen Tuner. Hisense liefert fast als einziger Nahfeldgeräte, die man sofort wie ein TV-Gerät einsetzen kann, inklusive allen Smart-TV-Features, Anschlüssen und Komfortfunktionen. Nich












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