Sicheres System auf dem USB-Stick

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SECURITY-LIVESYSTEM

Wenn Sie mehr Sicherheit und Datenschutz wollen als Windows Ihnen bieten kann, sollten Sie sich Tails ansehen. Das kostenlose Betriebssystem setzt auf Linux und lässt sich direkt vom USB-Stick starten

FOTO: kyoshino/GETTY IMAGES

Windows oder macOS hinterlassen jede Menge Spuren; auf Ihrem Computer sowieso, aber auch im Internet. Was Sie dagegen tun können? Wechseln Sie, zumindest zeitweise, das Betriebssystem. Greifen Sie bei Bedarf zum kostenlosen Betriebssystem Tails. Das basiert auf Debian Linux und wurde mit höchster Priorität auf Datenschutz und Sicherheit gebaut. Sie müssen Tails auch gar nicht installieren und Windows oder macOS ersetzen. Sie packen das Hochsicherheits-Linux einfach auf einen CHIP 12/2023_03/11/2023_ USB-Stick. Von dort aus führen Sie Tails direkt aus. Ein installiertes Windows oder macOS auf Ihrem Computer bleibt davon unberührt. Tails eignet sich also perfekt dafür, wenn Sie ab und zu besonders hohen Schutz brauchen. Zu den prominenten Tails-Nutzern gehört übrigens auch der NSA-Whistleblowser Edward Snowden. Auf höherem Schutzlevel können Sie sich heute kaum im Internet bewegen.

Schnell mit Tails loslegen

Die hier erwähnte Software1 finden Sie auf der virtuellen CHIP-DVD c in der Rubrik Tails, Hinweise zur vDVD-Nutzung auf Seite 144

Mit Tails können Sie ohne viel Aufwand starten, es müssen nur einige Voraussetzungen (Seite 111) erfüllt sein, damit die Nutzung Spaß macht. Im Grunde reicht ein USB-Stick mit 8 GByte freiem Speicherplatz aus, um Tails zu installieren. Wenn Sie also noch ein paar alte Werbegeschenke in der Schublade liegen haben, können Sie es damit mal probieren.

Besser, weil schneller angebunden, dürften USB-Sticks bekannter Hersteller funktionieren. Falls möglich, nutzen Sie mindestens USB 3.0, dessen schnellerer Durchsatz beschleunigt das System an vielen Stellen. Wichtig: Der Stick muss explizit für Tails reserviert werden. Wenn Sie also noch wichtige Daten auf dem Stick haben, müssen Sie diese vorab sichern, denn die Installation des sicheren Betriebssystems löscht alle anderen Inhalte.

Das Tails-Image ist rund 1,3 GByte groß. Zudem brauchen Sie die kostenlose Software balenaEtcher, um das Betriebs-

system auf den Stick zu schreiben. Ein Tipp für alle, die ein altes Notebook für Tails verwenden wollen: Checken Sie mit CPU-Z die Hardware. Im Tab »CPU« sollte unter »Instructions« der Eintrag »EM64T« auftauchen. Das zeigt, dass der Prozessor 64-Bit-fähig ist. Im Tab »Memory« prüfen Sie unter »General« das Feld »Size«. Hier sollten mindestens »2 GByte« RAM eingetragen sein. Mehr ist natürlich besser. Und ein wichtiger Hinweis für Mac-Nutzer: Tails unterstützt nur Intel-Macs, die Apple-eigenenM-Prozessoren funktionieren nicht. Damit Sie nicht mit einem manipulierten Betriebssystem arbeiten,

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