Alles ohne Allrad

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Seidenstraße

Mit einem gewöhnlichen Kastenwagen durch über 20 Länder entlang der Alten Seidenstraße von Hamburg bis nach Thailand? Das geht, ist aber abenteuerlich.

Schlafplatz vor dem „Tor zur Hölle“: Der Krater von Derweze in der turkmenischen Wüste.
Fotos von Dirk Stöcker und Christina Denk
Über 1.250 Kilometer führt die zweithöchste Fernstraße der Welt von Tadschikistan nach Kirgisistan. Auf der anderen Flussseite: Afghanistan.
Bunter Boxenstop im Iran: Die verzierten Fliesenkunstwerke schmücken den Golestan Palast in Teheran.
Hotspots am Wegesrand: Schon auf der Fahrt durch Europa kommen uns faszinierende Landschaften und Städte „in die Quere“ – wie die türkische Millionen-Metropole Istanbul ...
... und die Meteora-Klöster in Griechenland. Gerne wären wir dort länger geblieben, aber es lagen noch viele Abenteuer vor uns. Zum Beispiel die Fahrt über den Pamir Highway

Ohne Allrad, ohne Höherlegung, ohne All-Terrain-Reifen – mit einem ganz normalen Kastenwagen über Land von Deutschland bis nach Thailand fahren? Klingt vielleicht verrückt, aber es geht. Monatelang haben wir uns vorbereitet, Jobs und Wohnungen gekündigt, bis es dann im Mai 2019 endlich losging mit dem Leben in Freiheit und im Van.

Unser Plan: Wir fahren die alte Seidenstraße entlang. Von Europa über Süd- und Zentralasien bis nach China. Von dort nach Südostasien und in einem großen Bogen über die Mongolei und Russland zurück bis nach Deutschland. Dreizehn Monate hatten wir dafür eingeplant. Wird es genau so kommen? Nein. Werden wir unsere Reise wegen der Corona-Pandemie letztlich in Thailand abbrechen müssen? Ja, leider. Wird es trotzdem das Abenteuer unseres Lebens? Absolut.

Europa lassen wir verhältnismäßig schnell hinter uns. Etwa vier Wochen verbringen wir hier und fahren dabei über Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro und Albanien bis nach Griechenland. Unterwegs finden wir traumhafte Stellplätze direkt am Meer, erkunden von der UNESCO ausgezeichnete Weltnatur- und -kulturerbestätten wie die Plitvicer Seen in Kroatien und die Meteora-Klöster in Griechenland. Langsam, aber sicher gewöhnen wir uns an das Vollzeit-Leben „on the road“. Schon jetzt empfinden wir unsagbares Glück und Freiheit. Mit dem Wunsch, dass dieses Gefühl niemals enden möge, wären wir in all diesen Ländern auch gerne länger geblieben. Aber der Großteil der Strecke liegt noch vor uns. Und so verlassen wir an einem heißen Juli-Tag das heimische Europa und reisen ein in ein Land, das wie kein zweites den Übergang zwischen Europa und Asien verkörpert: die Türkei.

Unsere ersten Kilometer auf dem asiatischen Kontinent

Wir erleben ein Land, von dem wir nicht wussten, wie wunderschön und abwechslungsreich es ist. Zunächst

verbringen wir mehrere Tage in der