Ein Leben lang geistig fit bleiben

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Unsere mentalen Fähigkeiten lassen mit zunehmendem Alter allmählich nach. Doch diesen Prozess können wir beeinflussen

Unser Gehirn braucht Training: Knobelaufgaben, soziale Kontakte und Hobbys verbessern seine Leistungskraft
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Nach einem langen und anstrengenden Arbeitsleben wünschen sich viele Menschen einen entspannten Ruhestand, in dem sie all das nachholen können, was zuvor auf der Strecke geblieben ist: mehr Zeit mit den Enkelkindern verbringen, ein Instrument lernen oder einen schönen Garten anlegen. Getrübt wird die Freude über die neugewonnene Freizeit häufig jedoch von auftauchenden gesundheitlichen Beschwerden. Damit verbunden ist die Sorge, auch geistig an Fitness zu verlieren: So fürchten sich vier von fünf Menschen über 60 vor Demenz und einem Leben ohne Selbstbestimmung.

Leider ist diese Sorge auch nicht völlig unbegründet. Durch Studien ist erwiesen, dass mit dem Eintritt in den Ruhestand die kognitive Leistungsfähigkeit bei vielen, wenn auch schleichend, nachlässt: Namen entfallen einem plötzlich häufiger, man vergisst die Schlüssel öfter als früher und auch das Passwort für den E-Mail-Account hat man auf einmal nicht mehr im Kopf. Dies ist einerseits auf natürliche Alterungsprozesse zurückzuführen, andererseits darauf, dass die grauen Zellen nicht mehr so wie früher im Berufsleben beansprucht werden. Diesen Prozess müssen wir aber nicht einfach so hinnehmen. Denn unser Gehirn kann und möchte bis ins hohe Alter gefordert werden. Vernachlässigen oder unterfordern wir es, gehen unsere Nervenzellen und die Synapsen, über die sie verbunden sind, nach und nach verloren. Für unseren Verstand gilt daher das gleiche Prinzip wie für unseren Bewegungsapparat: Wer rastet, der rostet!

Mit viel Neugier die grauen Zellen auf Trab halten

Warum sich ein aktiver Lebensstil gerade im Alter positiv auf unser Denkvermögen auswirken kann, zeigt ein genauerer Blick auf das menschliche Gehirn: Darin befinden sich mehrere hundert Milliarden Nervenzellen, die für die Verarbeitung von Informationen verantwortlich sind. Verbunden sind sie durch sogenannte Synapsen, die entstehen, wann immer wir etwas Neues lernen. Dass Nervenzellen im Laufe des Lebens absterben und Synapsen verloren gehen, ist Teil des normalen Alterungsprozesses. Tatsächlich verliert unser Gehirn bis zum 80. Lebensjahr rund zehn Prozent an Volumen. Deswegen verschlechtert sich die geistige Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter.

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