GAUDEAMUS IGITUR!

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Man möge mir dieses Wortspiel verzeihen, aber der lateinische Spruch „Gaudeamus igitur“, zu Deutsch „Lasst uns also fröhlich sein“, passt einfach perfekt zur neuen Gauder Akustik Capello 80. Sie ist besser und günstiger als ihre Vorgängerin, und das stimmt uns ziemlich fröhlich!

Von Andreas Eichelsdörfer

NEUE CHASSIS: Wo in der Vescova noch Chassis von Accuton ihren Diesnt verrichteten, werkeln in der Capello-Serie die neuen Chassis mit steifer X-Pulse-Membran.

Gauder schickt die Keramik-Serie mit der Vescova und der Cassiano in den Ruhestand. Jetzt übernimmt die neue Capello-Serie die Aufsteigerrolle. Zum Test bekomme ich die Capello 80 in der getunten und sehr empfehlenswerten Double-Vision-Variante. In der Modellreihe gibt es noch die 40 als Kompaktbox und die 100 als große 3-Wege-Standbox. Ein Center fürs Heimkino komplettiert die Serie.

Die Capello 80 kostet 10.000 Euro in der Basisausstattung. Die vergleichbare Vorgängerin Vescova aus der Keramik-Serie kostete 12.000 Euro, ohne Double Vision, das gab es für die Keramik-Serie nie. Selbst wenn ich den Zuschlag von 2000 Euro für die Double-Vision-Ausführung aufschlage, ist die somit besser ausgestattete Capello unterm Strich noch günstiger als die Vescova. Wichtig: Double Vision kann nicht sinnvoll nachgerüstet werden. Es handelt sich um eine bessere Innenverkabelung, höherwertige Bauteile auf der Weiche und edlere WBT-Terminals, deren Brücken mit Rhodium statt mit Gold beschichtet sind. Bitte den Double-Vision-Wunsch gleich bei der Bestellung äußern.

Bei der technischen Beschreibung der Box weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, denn obwohl es sich „nur“ um eine passive Standbox handelt, gibt es unheimlich viele coole Features. Das 2,5-Wege-System arbeitet mit einem Tieftöner, einen Tief-Mittel-Töner und einem Hochtöner mit Aluminium-Kalotte. Hier gibt es eine superbe wie teure Upgrade-Möglichkeit. Gegen gar nicht so schlanke 5000 Euro können die Hochtöner mit Aluminium gegen eine Variante mit Beryllium ausgetauscht werden. Das stahlgraue Leichtmetall ist sehr hart und spröde und schwierig zu verarbeiten, was solche Hochtöner sehr kostspielig macht. Aber so ist das im HiFi. Ab einem gewissen Niveau werden die Klangsprünge nach oben immer kleiner, aber dafür die Peissprünge immer größer. Doch bei dem Gedanken, meine Capello vielleicht eines Tages noch mit einem Beryllium-Hochtöner aufzumotzen, bekomme ich Herzklopfen. Aber noch ist es nicht meine. Noch nicht.

BASSPROBLEME ADE

Die meisten Probleme bei der Raumakustik entstehen im Bassbereich. Hier lässt sich die Capello 80 anpassen oder