EXZELLENT BEGRÜNDET

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Sie sind den akustischen Argumenten von Paradigms Pracht- stück Persona 9H erlegen? Doch die kanadische Künstlerin spielt eine Nummer zu groß für Ihr Budget? Nun, die günstigere Founder 120H gründelt im gleichen Genpool.

Von Lothar Brandt

Das schlug ein: Mit dem überragenden Testresultat in AUDIO 12/2022 verschaffte sich die Paradigm Persona 9H „hart und zart“ mal so richtig Gehör im Reigen der Superboxen. Den fast 40.000 Euro schweren Paarpreis dieses Technologieträgers können freilich nur Begüterte stemmen. Dabei hatte Paradigm-Co-Gründer Scott Bagby schon in den frühen Tagen der 1982 ins Leben gerufenen Company den „luxury you can afford“ zum Firmenziel erklärt. Zusammen mit Sohn John steht Bagby seit 2019 wieder auf der Kommandobrücke der Firmenflotte, zu der neben Paradigm die Elektronikfirma Anthem und die Elektrostaten-Spezialisten Martin Logan sowie ein gigantisches Areal gehören.

Da schien es nur konsequent, dass die Kanadier bei Paradigm die „Founder“ (Gründer)-Serie lancierten. Die genau diesen Gedanken vom Klang-Luxus, den man sich leisten kann, in erschwinglichere Preisklassen transportiert. Nun mag man darüber streiten, ob die 11.550 Euro, die das Founder-Flaggschiff 120H im Paar kostet, jedermanns Sache sind. Aber unumstritten ist, dass in dieser 1,16 Meter aufragenden Standbox viel von der Schwester abgeleitete Technik steckt – zu einem Bruchteil des Preises der Persona 9H.

Das geht los mit der halbaktiven Antriebsart, für die das „H“ wie Hybrid steht. Das bedeutet, dass den Bassbereich der Dreiwege-Lautsprecher bordeigene Endstufen befeuern. Die Schaltverstärker können laut Hersteller für die drei 21-Zentimeter-Konen pro Lautsprecher schlappe 1000 Watt mobilisieren. Das hat wenig mit Kraftprotzerei und viel mit Kontrolle zu tun.

KONTROLLIERTE KRAFTÜBERTRAGUNG

Und genau um Kontrolle geht es. Schließlich ist erstens bekannt, dass der Bass für entsprechenden Pegel und Schub ein Vielfaches der Energie des Mittel- oder Hochtonbereichs braucht. Zweitens interagiert aber gerade der Bass besonders intensiv mit dem Raum, in dem er spielt. Dessen Interferenzen, die Moden, können bestimmte Bereiche weit über Gebühr aufblähen oder verschlucken. Völlig unabhäng davon, wie gut beziehungsweise linear der Entwickler ihn „objektiv“ hinbekommen hat. Die Paradigm-Entwickler gehen bei ihren H-Modellen in die Offensive und überlassen das Bass-Spielfeld nicht mehr kampflos den Moden.

Das Zauberwort heißt „Anthem Room Correction“, kurz ARC, hier in seiner „Genesis“-Variante. Ein Tiefpassfilter koppelt direkt hinter dem