MITTEL? KLASSE!

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Mit richtig guten Beigaben feiert der brandneue Vollverstärker Elex MK4 Regas 50-jähriges Firmenjubiläum. Phono-Pre und DAC bringt der Mittelklasse-Amp gekonnt in Stellung, das Äußere wirkt geradezu klassisch-zeitlos. So baut man moderne Amps.

■ Von Lothar Brandt

Tests von Rega-Komponenten bereiten dem Autor fast immer besonderen Spaß. Nicht nur, weil sie meist richtig viel Klang für ihren Preis bieten. Sondern auch, weil zumindest bei der Elektronik fast immer irgendein Spaßvogel einen flotten Spruch auf der Hauptplatine hinterlässt. So auch beim neuen Vollverstärker Elex MK4. „The EL84 – do we really need 17 Watts?“ darf der geneigte Inspekteur des Innenlebens da lesen. Ein zwinkernder Seitenhieb auf die Röhrenfraktion, wo die Pentode EL84 in mancher Endstufe die – ja wirklich eher bescheidene – Leistung liefern muss.

Der 1500 Euro teure Elex MK4 befeuert die Lautsprecher wie seine Vorgänger mit pro Kanal einem Pärchen End-Transistoren in klassischer AB-Schaltung und im Gegentakt. Sie flanschen an den Seitenwänden des vertrauenerweckend schweren, schwarzen Metallgehäuse an, das somit wie ein kompletter Kühlkörper fungiert. Dementsprechend warm kann die Oberfläche des Verstärkers im Dauerbetrieb mit knackigen Pegeln werden.

DAC FÜR DIGITALE GRUNDVERSORGUNG

Der neue Rega wurde pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum der 1973 gegründeten englischen Firma fertig und sieht seinem etwas größeren Bruder Elicit MK5 (AUDIO 9/22) zum Verwechseln ähnlich. Wie der 2600 Euro teure, ein wenig stärkere und mit einem „Direct In“ ausgestattete Elicit MK5 verfügt auch der Elex MK4 als damit zweiter Rega-Vollverstärker über einen Digital-Analog-Wandler. Mit dem Herzstück Wolfson WM8742. Das ist ein auch in Highend-Kreisen wohlgelittener DAC-Chip, der hier freilich auf den USB-Eingang verzichten muss.

Wie beim Bruder hätte diese Schnittstelle mit eigenen Protokollen und höherem Schaltungsaufwand das ohnehin eng kalkulierte Budget wohl gesprengt.

Auch DSD oder MQA bleiben wie die drahtlose Anbindung an diverse Digitalquellen via Bluetooth außen vor. Der Rega Elex MK4 ist nicht für extremistisch veranlagte Digitalfans gebaut, die dann wohl doch eher externe Gerätschaften mit den Zahlenkolonnen beschäftigen. Sondern sein DAC an Bord sichert sozusagen die digitale Grundversorgung für HiFi-Fans, die etwa einen Streamer ohne viel Firlefanz in die HiFi-Anlage integrieren wollen oder auch den alten CD-Player via Digitalausgang klanglich aufmöbeln mögen. Denn die highfidelen Tugenden des Elex-Bordrechners stehen außer Frage – schließlich leitet auch er sie von dem DAC im exze