NOCHMAL MIT S

4 min lesen

Pro-Ject hat seinen Plattenspieler Debut PRO nochmals aufgewertet: Mit dem S-förmigen Zehnzoll-„Shape“-Tonarm zum PRO S. Zusammen mit dem schnittigen Tonabnehmer Pick it S2 C ergibt das einen Komplettdreher, der für 900 Euro so ziemlich alles in den Schatten stellt.

■ Von Lothar Brandt

Der Überblick kann schon mal verloren gehen. Das Produktportfolio von Pro-Ject Audio Systems umfasst längst das komplette Sortiment vom Plattenspieler über Elektronik bis zum Lautsprecher, von der Schallplatten-Waschmaschine bis zu Kabeln aller Art. Es verlangt selbst dem neutralen Beobachter schon eine Menge Respekt ab, was der Österreicher Heinz Lichtenegger seit der Gründung 1991 aus seiner Firma gemacht hat. Und alles begann mit einem ganz einfachen Plattenspieler, den der überzeugte Analog-Fan Lichtenegger kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Tschechien aufspürte, mitten in der Tiefstphase der Vinyl-LP und in der Höchstphase der CD.

Seitdem floss viel Wasser die Donau hinab und viel Know-how und Leidenschaft in die Entwicklung von Pro-Ject hinein. Die Kernkompetenz für bezahlbare Vinyldreher wurde konsequent ausgebaut – hin zu einer kaum mehr fassbaren Modellvielfalt. Aus dieser ragt der neue Debut PRO S auf seine Weise dann doch heraus. Dieser Spieler markiert schon rein äußerlich den Anspruch, in der Klasse unter 1000 Euro, genauer: für 899 Euro, neue Maßstäbe zu setzen.

Dass Pro-Ject auch Design kann, haben die Österreicher mit Fertigung in Tschechien längst bewiesen. Doch der Debut PRO S mit seinem achtfach handlackierten MDF-Chassis und dem schwarz satinierten Aluminium-Druckguss-Teller macht schon mächtig Eindruck. Hinzu kommt der sich in eleganter S-Form windende Aluminum-Tonarm mit einer effektiven Länge von zehn Zoll (25,4 Zentimeter), der seiner flott gekurvten Form den Namen 10“-S-Shape und dem der Spieler die mit 462 Millimetern über das Normalmaß herausragende Breite verdankt. Der vorbildlich spielfrei gelagerte Radialarm endet in einem Bajonettverschluss nach SME-Standard.

Mit der typischen Überwurfmutter kann man dann ohne Fummelei sowie befreit von der Sorge um den korrekten Überhang und den optimalen Spurfehlwinkel das mitgelieferte Tonabnehmersystem Pro-Ject Pick it S2 C montieren. Heinz Lichtenegger hat schon früh eine fruchtbare Geschäftspartnerschaft mit dem dänischen Tondosen-Spezialisten Ortofon aufgebaut – und dieser baut für ihn auch den Moving-Magnet-Tonabnehmer in schnittiger „Concorde“-Keilform. Das entsprechende Gegengewicht liegt bei und balanciert das Pick it S2 C auf die empfohlenen 20 Millinewton (2 g) Auflagekra