Beflügelt von der Liebe

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Durch die Pflege eines verwaisten Vogelkükens lernt Ulli einen pensionierten Veterinär kennen – und merkt schnell, dass sie beide mehr als Tierliebe verbindet …

Oma, da sitzt ein Vogel-Baby im Garten. Ganz allein!“ Ulli trat neben Paul, ihren Enkel, ans Fenster: Auf dem Rasen saß wirklich ein A mselküken, das ziemlich hilflos wirkte. „ Ach je“, seufzte sie. „Ich hof fe, es ist schon flügge – oder wird noch von seinen Eltern versorgt.“ „ Aber die sind nicht da!“, meinte Paul. „Wir müssen es füttern!“ „Noch nicht, Paul“, mahnte Ulli. „Vielleicht sind die ja in der Nähe. Und ich guck mal im Internet nach, was man in so einem besonderen Fall am besten machen sollte …“

Ulli begann, auf ihrem Handy zu googeln. Sie fand heraus, dass man ein Vogelküken erstmal beobachten sollte, um sicherzustellen, dass es wirklich auf sich allein gestellt war. „Wenn seine Eltern nicht auftauchen, holen wir es rein“, entschied sie – obwohl ihr schwante, dass das eine Herausforder ung für sie werden würde. „Such im Keller schon mal vorsichtshalber nach einem Karton!“ Paul düste sofort die Treppe hinunter. Lächelnd blickte Ulli ihm nach …

A nderthalb Stunden später war von den Vogeleltern noch immer nichts zu sehen, das Küken saß weiterhin fast reglos auf dem Rasen. „Okay, wir haben lange genug gewartet“, entschied Ulli, öf fnete die Terrassentür und ging langsam auf den kleinen Vogel zu. Noch nie hatte sie etwas so Zartes und Zerbrechliches in der Hand gehalten. „Du musst ganz sanft mit ihm sein“, flüsterte sie Paul zu. „Sonst bekommt es noch mehr A ngst als es eh schon hat.“ Vorsichtig setzte sie das Küken in den Karton, den sie mit einer alten Wollsocke gepolstert hatte. „ Jetzt müssen wir Futter besorgen …“

Paul und Ulli kauften bei einem Tierbedarf-Fachhandel passendes Futter für das A mselküken ein. Außerdem eine Pipette, um ihm Wasser anzubieten. Kaum wieder zu Hause, begannen sie, den kleinen Vogel mithilfe einer Pinzette zu füttern. Zunächst reagierte er verschreckt, aber schließlich klappte es doch. „Das müssen wir jetzt jede Stunde machen, um ihn aufzupäppeln“, erklärte Ulli ihrem Enkel. „Darüber müssen wir uns im K laren sein!” Doch für Paul war das keine Frage – er wollte nichts davon wissen, das nächste Tierheim anzurufen und das A msel-Baby in einer Aufzuchtstation abzugeben. „Wir nennen ihn Birdy“, sagte er stattdessen ernst. „Birdy ist jetzt mein Freund und ich kümmere mich um ihn.“ Paul übernahm die nächsten Fütterungen – und ging dabei äußerst sanft mit der kleinen A msel um. Trotzdem war Ulli klar, dass sie auf Dauer nicht für den süßen Vogel würden sorgen können …

Sie würde sich um das Küken kümmern …
Beide spürten, wie sehr sie sich mochten
Fotos: Shutterstock

„Weißt du was, Pa

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