DURCHS WILDE HOCHLAND

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ASTURIEN IM GRÜNEN NORDWESTEN SPANIENS ERWARTET WANDERER MIT URALTEN ROUTEN.

TEXT STEPHEN PHELAN FOTOS BEN ROBERTS

Blick vom kleinen Dorf Sotres – das höchstgelegene Asturiens – auf das Tal mit dem Fluss Duje.

DER ERSTE BÄR, oder besser gesagt seine schemenhafte Kontur, taucht auf, als wir durch das Wärmebildfernglas schauen. Noch vor der Morgendämmerung sind wir an einer hohen und einsamen Straße über dem Flusstal des Xunceras angelangt. Ohne das teure Gerät, so erklärt mir Naturführer José García Gonzalez, könnten wir die Kreatur in der Dunkelheit niemals sehen. Aber da ist einer: ein Braunbär, der sich gegen das Schwarz des steilen Berghangs gegenüber von uns abhebt.

Als die Sonne aufgeht, brauchen wir keine Hilfsmittel mehr, um alles zu erkennen: ein urtümlicher, nur von Gras und Geröll durchzogener Wald aus Eichen und Kastanien, der sich zu Gipfeln erhebt, die von tief hängenden Wolken verhüllt werden. Von irgendwo da oben hören wir das Heulen eines Wolfs. García zeigt in die Richtung, aus der die geheulte Antwort kommt. Dann noch ein Heulen … und noch eines.

Kurz darauf taucht ein Wolf aus der Deckung auf. Mit einem weiteren teuren Gerät – einem digitalen Zielfernrohr in Scharfschützenqualität – beobachte ich, wie sich die gespenstische Gestalt hinsetzt, gähnt, schnuppert und den morgendlichen Nieselregen aus dem Fell schüttelt, ähnlich wie ein Haushund das tun würde.

ALS DER WOLF WIEDER verschwindet, versichert mir García, dass so ein Anblick nicht alltäglich sei, nicht einmal hier oben in der Wildnis des Wolfslandes, tief im Naturpark Fuentes del Narcea, Degaña e Ibias. García ist seit März fast jeden Tag hier oben in der nordwestspanischen Region As


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