AUF DEM DACH DER WELT

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EIN BERGGIGANT ALS MYTHOS: DER MOUNT EVEREST IM HIMALAYA.

Das Panoramafoto zeigt die mächtige Nordwand des Everest. Es wurde aus 26 Drohnenfotos zusammengesetzt.
FOTOS: RENAN OZTURK; FREDERIC LARREY

DER MOUNT EVEREST ist ein Berg der Legenden. Mit seiner Höhe von (lt. aktueller Messung) 8848,86 Meter ist sein vereister, windgepeitschter Gipfel der höchste Punkt unseres Planeten – einer der beeindruckendsten Anblicke der Erde und symbolträchtiges Traum-Reiseziel nicht nur von Bergsteigern.

Beim Volk der Sherpa, das im Schatten des Berges lebt, heißt es: „Es gibt nur einen Everest“. Doch der eine Berg hat zahlreiche Namen – Sagarmatha (etwa „Stirn des Himmels“) heißt er in Nepal, Qomolangma (etwa „Göttin-Mutter des Universums“) in Tibet.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bemächtigte sich der Gigant zunehmend auch der westlichen Vorstellungswelt. Damals wurde seine Rekordhöhe im Rahmen der Großen Trigonometrischen Vermessung von Indien erstmals bestimmt. In diesem Zuge avancierte der britische Geograf und Landvermesser George Everest zum Namenspatron des Giganten.

Ein Jahrhundert später, am 29. Mai 1953, eroberten Tenzing Norgay und Edmund Hillary als Erste den Gipfel – nach acht gescheiterten Versuchen früherer Teams, die insgesamt 13 Menschen das Leben gekostet hatten.

In einem Beitrag für NATIONAL GEOGRAPHIC beschrieb Hillary den erhebenden Moment, als sie auf dem Gipfel standen, mit den Worten: „Wir arbeiten uns das letzte Stück hinauf. Dann sind wir da. Nichts über uns, eine Welt unter uns.“ Und weiter: „Wir schauen uns staunend um. […] Wir haben den Gipfel der Welt erreicht.“

Zum damaligen Zeitpunkt war der Mount Everest so etwas wie „die Krönung der Erderkundung“, schrieb der legendäre US-amerikanische Bergsteiger Conrad Anker. Die Erstbesteigung gelang „zu einer Zeit, als die Menschheit nach zwei Weltkriegen Erholung brauchte. Es war ein einendes, inspirierendes Ereignis und ein Symbol für den Drang, unser ganzes Potenzial auszuschöpfen.“

Seither erleben wir rasante Fortschritte im Bereich der Kletterausrüstung und -technologie, der Bergführung und Infrastruktur. Jährlich trauen sich mehr Gipfelanwärter; insgesamt schafften es bisher um die 6000 Menschen auf den Gipfel der Welt.

An seinen eisigen Hängen trotzt seit gut drei Jahren die höchste Wetterstation der Welt widrigsten Bedingungen. Ihre Sensoren sammeln Daten, die dabei helfen sollen, die Auswirkungen des Klimawandels besser zu verstehen.

Medizinische Forschung lotet an den steilen Flanken die Grenzen der menschlichen Anpassungsfähigkeit aus. Im Alltag helfen die m

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