MATRIARCHIN, MONARCHIN, IKONE

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QUEEN ELIZABETH II. STELLTE IHR LEBEN IN DEN DIENST DER NATION.

Prinzessin Elizabeth inspiziert die Ehrengarde vor der Guildhall, wo ihr 1947 die Ehrung „Freedom of the City“ zuteil wird.

IHRE MAJESTÄT, QUEEN Elizabeth II. Alexandra Mary Windsor, Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland, verstarb am 8. September 2022 kurz vor 16.30 Uhr auf Balmoral Castle, Schottland. Sie hinterließ eine Nation in Trauer. Viele sagen: Mit ihrem Tod endete eine Ära.

Die Queen war die am längsten regierende Monarchin in der Geschichte Großbritanniens. Während der sieben Dekaden ihrer Herrschaft fanden tiefgreifende soziale und politische Umwälzungen statt, im Vereinigten Königreich, aber auch weit darüber hinaus.

Als Elizabeth mit 25 Jahren den Thron bestieg, trug Großbritannien noch die Narben des Zweiten Weltkriegs. In ihre Regierungszeit fielen die gewaltsamen Unruhen in Nordirland, die Wirtschaftskrisen der 1970er- und 1980er-Jahre, der Beitritt des Vereinigten Königreichs zur Europäischen Union und dessen Austritt am 31. Januar 2020.

Obendrein erlebte Elizabeth, wie ehemalige Kolonien nicht mehr unter britischer Regentschaft stehen wollten, sondern sich für die Unabhängigkeit entschieden.

Schließlich hatte sich das britische Empire in der Vergangenheit Territorien und Ressourcen angeeignet, gewaltsam Kolonialreiche unterworfen, vom Sklavenhandel profitiert und sich der Rassendiskriminierung schuldig gemacht.

Für die historischen Ungerechtigkeiten im Namen der Krone hatte sich die Langzeitregentin nie entschuldigt, geschweige denn hatte sie diese anerkannt. Ganz anders ihr Sohn Charles III., seit ihrem Tod der neue König: Bei einer Reise nach Ghana 2018 hatte er die Rolle Großbritanniens im transatlantischen Sklavenhandel als „eine Gräueltat“ bezeichnet, die „einen unauslöschlichen Fleck auf der Welt“ hinterlassen habe.

Trotzdem vollzog sich unter der Ägide von Elizabeth II. unaufhaltsam der Übergang vom britischen Weltreich zum sogenannten Commonwealth of Nations, für das sich die Königin immerhin Zeit ihres Lebens starkgemacht hatte.

Dem modernen Commonwealth of Nations gehören heute 56 souveräne Staaten an. Die meisten davon sind frühere Kolonien. 15 von ihnen erkennen wiederum als sogenannte Commonwealth Realms den britischen Monarchen als ihr Staatsoberhaupt an.

Der Tod der Queen facht in Australien und anderen Mitgliedsländern die Diskussionen um eine zeitgemäßere Staatsform an. Erste Stimmen fordern auch verstärkt die Rückgabe von Gold und Diamanten, allen voran die ehemalige britische Kolonie Südafrika.


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