Ring frei!

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Box-Champ Henry Maske ist einer der populärsten deutschen Sportler aller Zeiten. Im Interview hat er uns verraten, wie er dies erreicht hat, warum Rückschläge ihn noch stärker gemacht haben und für welche Werte er heute steht. Plus: So hält sich der ehemalige Weltmeister in Form

Text: ARNDT ZIEGLER Fotos: YVES BORGWARDT

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A usverkaufte Arenen, Millionen vor den Fernsehbildschirmen: Henry Maske hat zu Beginn der 1990er-Jahre als Weltmeister im Halbschwergewicht für einen Box-Boom gesorgt und seinen damals in der Schmuddelecke angesiedelten Sport hier zu Lande salonfähig gemacht. Außerdem war der Mann aus der Gemeinde Treuenbrietzen in Brandenburg der erste Sportler aus dem Osten Deutschlands, der nach der Wiedervereinigung auch im Westen große Popularität erlangte. Sein Kampfname „Gentleman“ spielt auf sein respektvolles Auftreten außerhalb des Rings und seinen eleganten, klugen Boxstil an. In einem offenen, sehr ehrlichen Gespräch blickt Henry Maske in Men’s Health auf seine bewegte Zeit als Boxer zurück, berichtet davon, wie es ihm nach seinem letzten Kampf 2007 ergangen ist, und verrät uns, wie man auch mit 59 Jahren in Bestform bleibt.

Viele Profi-Sportler nehmen nach der Karriere zu, kriegen ein Bäuchlein – Sie nicht.

Wie haben Sie das gemacht?

Mein Vorteil ist, dass ich die Karriere nicht abrupt und aus einer Laune heraus beendet, sondern alles von langer Hand geplant habe. Ich habe mir ganz bewusst die nötige Zeit genommen, um mich in Ruhe mit den Dingen auseinanderzusetzen, die nach meinem letzten Kampf auf mich zukommen könnten. Und dazu gehörte eben auch, dass ich einen klaren Plan entwerfe, wie ich nach meiner aktiven Zeit gesund und aktiv leben kann. Nicht wenige Sportler berichten davon, dass Sie nach dem Ende der Laufbahn eine große Leere verspüren. Genau das wollte ich unter allen Umständen vermeiden.

Die Gefahr, nach dem Ende in ein Loch zu fallen, ist schon ziemlich groß, oder?

Absolut. Das gilt nicht nur für die körperliche Fitness, sondern vor allem auch für den mentalen Bereich. Mit einem Mal ist alles, was bis dahin deinen Tagesablauf, dein ganzes Leben bestimmt hat, nicht mehr da. Du stehst plötzlich nicht mehr so im Fokus, und im schlimmsten Fall weißt du überhaupt nichts mehr mit dir anzufangen. Profi-Sportler definieren sich ja größtenteils über Erfolge, und auf einmal fällt das weg. Ich kann verstehen, dass das manch einen überfordert.

Bei Ihnen lief das besser.

Aber auch ich habe zunächst erfahren müssen, dass man eben nicht alles planen kann. Al

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