Klarer Abnehmplan statt trüber Gedanken

2 min lesen

Mit 30 Jahren wog unser Leser Christian so viel, dass ihm sogar das Aufstehen schwerfiel und er eine Depression entwickelte. So hat er sich aus dem Tief herausgekämpft und sein Übergewicht verloren

Text: CHRIS TOMAS

DER FETT-WEG-SIEGER

Durch Rudern an den Ringen brachte sich Christian Mair Zug um Zug wieder in Form
Fotos: SEBASTIAN ARLT, privat

Als Jugendlicher liebte Christian es, aktiv zu sein. Er stand gern auf dem Tennisplatz, spielte Volleyball. Während seines BWL-Studiums änderte sich das allerdings: Viel Stress und eine schmerzhafte Trennung führten dazu, dass sich der heute 36-Jährige mit Serien und Schokoriegeln zu Hause einigelte. Nach und nach wurde er immer dicker. „Ich habe mich für mein Aussehen so geschämt, dass ich manchmal auf dem Weg zur Uni wieder umgedreht bin“, erzählt er. Er probierte es mit zig Diäten, mit Paleo-Ernährung und Zuckerverzicht – nichts half. Mit 30 Jahren wog Christian 141 Kilo. Herz- und Atemprobleme machten ihm zu schaffen, er hatte Schlafprobleme und Schmerzen bei jedem Schritt, Anzeichen von Prädiabetes zeigten sich. „Ich musste mich aus dem Bett rollen, weil ich meinen Körper nicht mehr aufrichten konnte“, erzählt er. In der Isolation entwickelte er eine Depression. „Eines Tages stand ich in meinem Haus vor dem Aufzug, blickte hinunter und dachte: Was wäre, wenn …? Ich wusste einfach nicht mehr, ob ich so weiterleben will.“ Das rüttelte ihn wach.

SEIN WEG AUS DEM TIEF Christian beschloss, sich Hilfe zu suchen. „Das war für mich der schwerste Schritt – es bedeutet ja, dass man es aus eigener Kraft nicht hinkriegt.“ Erst versuchte er es mit einem Psychologen. Ein Freund empfahl ihm dann einen Coach, und das brachte den Durchbruch. „Wir haben fast eine Stunde telefoniert, am 1. April 2017. Für mich ist das bis heute ein heiliger Tag.“ Der Coach lenkte Christians Aufmerksamkeit wieder auf die positiven Aspekte des Lebens.

Anstatt über Diäten und Selbstvorwürfe sprachen die beiden über Dankbarkeit und neue Ziele. „Ich habe mir vorgestellt, wie es wohl wäre, wieder mit Freunden zu wandern und auf einem Berg zu stehen“, so Christian. In kleinen Schritten kehrte sein Lebensmut zurück. Er fing an, Dinge im Alltag zu verändern, morgens als Erstes ein Glas Zitronenwasser zu trinken, statt gleich zum Schokoriegel zu greifen. Er verließ wieder das Haus, um Freunde zu treffen. Und als die ersten Kilos fielen, traute er sich auch wieder in ein Fitness-Studio. Dort arbeitete er an seiner Beinkraft, trainierte den Rücken. „Jede Aktivität trackte ich mit meiner Apple-Watch, teilte die Er

Dieser Artikel ist erschienen in...

Ähnliche Artikel

Ähnliche Artikel