BRÜDER IM GEISTE

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Ein guter Kumpel gibt Halt und ist immer für einen da – aber manchmal auch schwer zu finden. Men’s Health hat sich auf die Suche gemacht: Darauf kommt es bei einer Freundschaft wirklich an

Text: LINDA HILD

Schwerpunkt Freundschaft

Foto: BUENA VISTA IMAGES/ GETTYIMAGES

Vielleicht haben wir uns noch nie so alleine gefühlt wie in der heutigen Zeit. Immer schneller wechseln Menschen ihre Jobs, ihre Wohnorte. Und vergessen dabei allzu häufig, dass schöne Dinge Zeit benötigen, um wachsen zu können – tiefe, verlässliche Freundschaften zum Beispiel. Denn so verlockend der Individualismus und der Reiz des Neuen auch sein mögen, am Ende zählt das Beständige: Dazu gehören Menschen, denen wir voll vertrauen und womöglich unser Herz ausschütten können – die uns genau so nehmen, wie wir sind.

In Afrika gibt es ein Sprichwort, das besagt: „Allein essen ist wie allein sterben.“ Das mag pathetisch klingen, doch liegt darin ein Funken Wahrheit. Einsamkeit gehört inzwischen zu den drängendsten Problemen unserer Zeit, Wissenschaftler warnen vor seelischen und körperlichen Folgen, über die nicht mehr nur ältere Menschen klagen, sondern immer öfter auch junge Erwachsene. Und das nicht zu Unrecht, denn viele Menschen fühlen sich nicht nur einsam, sie sind es auch.

Studien haben gezeigt, dass Menschen, die längere Zeit isoliert leben, signifikant häufiger an Depressionen, Schizophrenie, Alzheimer oder Demenz erkranken. Einsamkeit lässt einen schlechter schlafen und langsamer regenerieren. Sie fördert Herz-Kreislauf-Probleme und lässt den Körper permanent Stresshormone ausschütten. Ärzte sind sich mittlerweile sicher, dass einsame Menschen ein um bis zu 50 Prozent höheres Risiko tragen, früh zu sterben – viel früher als jene, die einen funktionierenden Freundeskreis haben.

Einsamkeit tut keinem Mann wirklich gut

Anders gesagt: Liebevolles Miteinander ist so etwas wie ein Grundnahrungsmittel für den Menschen. Ohne Austausch mit anderen und das Gefühl dazuzugehören, verstanden, angenommen und gestützt zu werden, stürzen wir ins Bodenlose. Silke Weinig, Kompetenzberaterin aus Zürich, schreibt in ihrem Buch „Einsamkeit überwinden – Freunde finden“ (Humboldt, zirka 20 Euro): „Einsamkeit wirkt wie ein Magnet, der weitere negative Gefühle und Gedanken anzieht.“ Jeder von uns erlebe regelmäßig Phasen von Einsamkeit, was jedoch kein grundsätzliches Problem sei: „Sich hin und wieder einsam und von aller Welt verlassen zu fühlen ist normal.“

Woher aber wissen wir, ob wir tatsächlich einsam sind oder bloß mit uns allein? „Man empfindet sich als nicht zugehörig und

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