SCHLAUES WORKOUT

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Muskeln machen nichts von alleine, sie brauchen dafür Impulse vom Gehirn. Wie gut diese weitergeleitet werden, beeinflusst die Qualität der Bewegungen. Wir erklären, wie du ab sofort intelligenter trainierst

Text: MARTINA STEINBACH

FITNESS

Foto: WAYNE WILSON/OSAKAWAYNE STUDIOS/GETTYIMAGES

Mehr Leistung und weniger Verletzungen: Immer mehr Profi-Kicker, Tennis-Asse und Leichtathletik-Stars binden erfolgreich Methoden der Neuroathletik (kurz: NAT) in ihr Training ein. Jedoch können auch Freizeit-Athleten davon profitieren. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen zum neuen Fitness-Trend.

Was genau ist eigentlich Neuroathletik?

Etwas ganz Neues – und zugleich etwas Altbekanntes. „Die Neuroathletik ist das Zusammenspiel zwischen dem Nervensystem – also Hirn und Nervenbahnen – und dem Bewegungssystem“, erklärt der Berliner Neuroathletik-Trainer Enrico Haehnel. In dieser Wissenschaft wird die Tatsache in den Vordergrund gestellt, dass der Muskel zunächst einen Impuls benötigt, um sich anspannen zu können. Auf diese Weise bewegt er dann die mit ihm verbundenen Knochen und somit die Gliedmaßen. Damit diese Impulse auch optimal weitergeleitet werden können, gibt’s die Lehre der Neuroathletik, denn: „Der Muskel weiß ja nicht, wann er sich anspannen soll – das entscheidet das Gehirn“, sagt Haehnel, Inhaber des Fitness-Studios Personal Vitality Trainer in Berlin (www.personal-vitality-trainer.de). Für unterschiedliche Anforderungen sind unterschiedliche Hirnareale zuständig.

Welche Teile des Hirns sind beteiligt?

„Initiiert wird die Bewegung im motorischen Bereich des Hirns. Dieser befindet sich im Frontallappen. Die linke Gehirnhälfte hat 2 Aufgaben: Sie steuert Bewegungen in der rechten Körperhälfte und setzt die muskuläre Spannung auf der linken Seite – rechts ist es genau andersherum“, erläutert Sportwissenschaftler Haehnel. Im Kleinhirn geht es dann um die Bewegungskoordination, da wird die Bewegung abgeglichen, werden Fehler erkannt und korrigiert. Im Stammhirn kontrolliert ein Bereich die Haltung und die Muskelspannung. Falls du mal beim Smalltalk jemanden stark beeindrucken willst, merke dir: Dieser Bereich heißt Pontomedullary Reticular Formation, kurz: PMRF. Neuroathletik sorgt fürs Warm-up des neurologischen Systems, damit die Ansteuerung der Muskulatur besser funktioniert. Für das sportliche Training bringt das vor allem 2 Dinge: eine bessere Performance und weniger Schmerzen. „Das Hirn hat die Aufgabe, unser Überleben zu gewährleisten. Es erhält ständig eine Menge Informationen, muss permanent einschätzen, ob eine Situation sicher oder unsicher ist�

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