Sofort raus mit euch!

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Man muss dafür nicht ans andere Ende der Welt: Auch vor der eigenen Haustür warten spannende Erlebnisse, so genannte Mikroabenteuer. Unser Autor hat 6 einfach umsetzbare Ideen ausprobiert

Text: CHRISTO FOERSTER

Foto: JOZEF KUBICA

1 Gipfelsturm vor der Haustür

Wer braucht die berühmten 7 Summits, wenn er 16 haben kann? Hand aufs Herz: Hast du schon mal den höchsten Berg in deinem Bundesland aus eigener Kraft erklommen? Inspiriert von den berühmten 7 Summits, den höchsten Gipfeln der 7 Kontinente, hat jemand mal die 16 Summits zusammengetragen: eine Liste der höchsten Erhebungen in den 16 deutschen Bundesländern. Als ich davon gehört habe, wollte ich sofort auf den Hasselbrack, Hamburgs höchsten Punkt: 116 Meter, stilecht mit Gipfelstein und Gipfelbuch. Mittlerweile habe ich da schon mehrmals aus der Hängematte nachts die Sterne betrachtet. Wenn ich davon erzähle, ernte ich stets Staunen. Es gibt sogar schon einen inoffiziellen 16-Summits-Club. Da kommst du rein, wenn du alle 16 Gipfel gemeistert hast.

2 Mit dem Rad zu Mutti

Warum nicht? Alltagswege einfach mal anders zurücklegen Okay, ich habe keine Ahnung, wo deine Mutti wohnt, aber in den meisten Fällen ist sie erfahrungsgemäß mit dem Fahrrad zu erreichen – auch wenn es vielleicht 2 oder 3 Tage dauert. Und wenn Mutti doch um die Ecke lebt oder sich schon gen Himmel verabschiedet hat, dann ist da vielleicht noch die Schwiegermutti. Oder der Onkel, bei dem man mal wieder vorbeischauen müsste. Bei dieser Idee geht es darum, eine Wegstrecke, die man normalerweise mit dem Auto oder der Bahn zurücklegt, per Fahrrad oder zu Fuß zu bewältigen. Mein Schlüsselerlebnis war eine spontane Radtour von Hamburg nach Berlin: Ich bin einfach die ganze Nacht durchgefahren. Als ich in der Hauptstadt ankam, war ich zwar völlig fertig, aber auch sehr zufrieden.

324 Stunden im Wald

Die perfekte Antwort auf „höher, schneller, weiter“ Suche dir ein schönes Plätzchen im Wald und bewege dich 24 Stunden lang nur in einem Radius von 100 Metern. Das schult die Wahrnehmung der unmittelbaren Umgebung und hilft dir runterzukommen. Uhr, Kompass und GPS können zu Hause bleiben. Dabei spiele ich gerne ein Spiel, das ein Bekannter die „Phänomenologie des Nichtwissens” nennt: Ich schaue mir alles ganz genau an und versuche, bis ins Detail Antworten auf Fragen zu finden, die just in dem Moment entstehen. Was genau unterscheidet den einen Vogel vom anderen? Warum ruft er, wie er ruft? Wo hat der Mensch eingegriffen – und wieso? Wichtig: Unterdrücke den Google-Reflex und suche selbst nach Erklärungen! Denn dafür hast du verdammt viel Zeit.

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