Das Virus der Erkenntnis

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Covid-19 hat uns in Panik versetzt, aber wir können auch was daraus lernen. Drei Jahre nachdem alles begann, erklären Wissenschaftler, welche Lehren wir aus dieser Pandemie ziehen können, um in Zukunft gesünder zu leben – ganz gleich, was als Nächstes passiert

Text: CAROLYN TODD · Übersetzung: RUFUS RIEDER

GESUNDHEIT

Foto: ANDRIY ONUFRIYENKO/GETTYIMAGES

1. LEHRE Wer sich vernünftig schützt, der wird auch seltener krank

Hand auf die Maske: Wie oft hast du vor der Pandemie darüber nachgedacht, dich vor Atemwegserkrankungen zu schützen? „Damit haben sich wohl die meisten Menschen nicht groß befasst“, sagt der US-Infektiologe Amesh Adalja, Professor am Johns Hopkins Center for Health Security in Baltimore. „Atemwegsviren schienen uns nicht besonders wichtig zu sein.“ Erst Covid hat uns dazu gezwungen, die Gefahr dauerhaft ernst zu nehmen, und es hat auch gezeigt, wie maßgeblich alltägliche Gewohnheiten – beispielsweise Hände waschen, nur in bestimmten Räumen aufhalten, Maske aufsetzen – die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, krank zu werden oder nicht.

Covid hat uns darüber hinaus klargemacht, dass der Unterschied zwischen Schutz und Nichtschutz bedeuten kann, dass man entweder nur für ein paar Tage krankgeschrieben ist oder für längere Zeit im Krankenhaus landet. Eine Studie von 2022 kommt zu dem Ergebnis, dass eine mit Covid infizierte Person ein etwa 33-mal höheres Risiko trägt, in der ersten Woche nach der Infektion unter einem Blutgerinnsel zu leiden, als ein Mensch, der sich nie infiziert hat. Atemwegsviren können schwere Komplikationen hervorrufen, etwa Autoimmunerkrankungen auslösen oder lebenswichtige Organe in Mitleidenschaft ziehen. Auch ein milder Covid-Verlauf kann Atmung und Ausdauer beim Sport lange beeinträchtigen.

2. LEHRE Vitamin D ist viel wichtiger als bisher angenommen

Vor der Pandemie war dieses Vitamin in erster Linie als ein knochenaufbauender Stoff bekannt, der in Milch steckt. Anhand von Untersuchungen während der Covid-Zeit konnte jedoch nachgewiesen werden, dass Menschen mit einem Vitamin-D-Mangel häufiger positiv getestet wurden als Vergleichspersonen, die über ausreichend Vitamin D verfügten. Experten vermuten, dass es einen bestimmten Schutz vor Covid bietet, ebenso vor anderen Infektionen der Atemwege. „Das ist allerdings noch nicht endgültig geklärt“, sagt der US-Epidemiologe Dr. Eric Feigl-Ding, Leiter der Covid-Risk-Task-Force in Cambridge/Massachusetts. Ärzte wissen schon länger, dass Vitamin D bei der Immunabwehr eine entscheidende Rolle spielt. In Deutschland leiden 30 Prozent aller Erwachsenen unter einem Mangel. Gut zu wissen: Der K

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